6. Lauf der Clubregatta aus der anderen Sicht

In mehreren Aufforderungen wurde ich gebeten doch bitte einen Bericht über die Clubregatta am 11.10 zu schreiben. Gut diesmal ist es ein anderer Bericht, nicht der Bericht eines Seglers sondern der Bericht eines Wettfahrtleiters.
Da mein Vater leider verhindert war, habe ich das Zepter übernommen und den Laden geschmissen.
Aber am Anfang fängt man normalerweise mit organisatorischen Sachen an. Daher welche Punkte müssen vor einer Clubregatta organisiert werden?
– mit All on Sea die Motorboot Nutzung absprechen
– Helfer rekrutieren die Bojen legen
– sich Gedanken über den Kurs machen
– Informationsverbreitung

Was davon hab ich am Freitag vor der Regatta (schon) gemacht?

Ähm möglicherweise Garnichts. Naja gut ich habe die gute Sandra gefragt ob sie mich auf dem Startschiff unterstützen mag. Ein Dankeschön für diesen und auch die letzten Einsätze an dieser Stelle!

Am Samstagmorgen war dann schnell eine E-Mail geschrieben womit der Punkt der Informationsverbreitung abgehakt war.
In dieser E-Mail würde ebenfalls mit einem Dreizeiler die Frage der möglichen Helfer geklärt. Diese hier dankend erwähnt: Silvio, Lucas, Melissa, Ina und jeden den ich jetzt schon leider aus meinem Gedächtnis gelöscht habe.
Naja beim Kurs bin ich ehrlich, den hab ich mir einfach nur von dem Blatt im Schaufenster angeguckt und umgedreht. Hat aber scheinbar sehr gut funktioniert.

Weiterer Programmpunkt war das Bojen legen, also ging es mit Ina und Melissa im Schlepp auf dem Motorboot erst Richtung Kutter um Ina “auszusetzen” anschließend haben Melissa und ich die Bojen verteilt.
Darauffolgend würde eine kurze Steuerleute Besprechung abgehalten. (Ich würde im Nachhinein darauf hingewiesen das ich in meiner E-Mail nicht Gender konform geschrieben habe. Ich bitte jeden der sich verletzt gefühlt hat um Entschuldigung.)
Ja was kam dann? Das ist das Problem wenn man nicht top aktuell berichtet, man hat eigentlich kein Plan mehr was man gemacht hat. Aber zum Glück funktioniert das Gedächtnis manchmal noch, deshalb weiß ich das nach dem Sandra und ich zum Kutter gefahren sind erstmal eine Startverschiebung gab. Da einige Segler*in noch nicht so weit waren.
Aber das erste Startsignal konnte dann pünktlichst um 11:06 Uhr gegeben werden. Da aufgrund sehr guter Wind Verhältnisse sehr schnelle runden Zeiten erzielt werde konnten, hat sich die Regattaleitung, also wir zwei beiden auf dem Kutter, entschieden das vier Wettfahrten ausgetragen werden um so einen Streicher zu haben.
Wobei nicht alle die vierte Wettfahrt absolviert haben, da ihnen kalt wurde.
An dieser Stelle möchte ich Mal für die Allgemeinheit festhalten das es keine Punkte bringt wenn euch kalt ist das ihr draußen bleibt und krank wird. Des Weiteren ist es auch keine Schande wenn einem zu viel Wind ist rein zu fahren oder wenn man “nur” Vorschoter ist seine/n Steuermann/Frau  zu bitten rein zu fahren. Gesundheit geht vor!
Nachdem die Regatta beendet war, wurden die Bojen eingesammelt und alles wieder an seinen Platz verbracht.

Leider verlief die Regatta nicht ohne Verluste, die Tröte musste dran glauben und hat den Tag nicht überstanden. Wir gedenken ihr in Erinnerung an viele schöne Stunden.

Ansonsten hoffe ich ihr wart mir meiner Regattaleitung zufrieden und lasst es mich wieder machen wenn Not am Mann/Frau ist.
So und damit war’s das mit meinem Wort zum Mittwoch oder welcher Tag heute auch immer ist.
Bis zum nächsten Mal am See
Marvin

 

Die abschließenden Läufe der Clubmeisterschaft (6. Lauf der Clubregatta)

Am vergangenen Sonntag (11.10.2020) hatten wir die letzten vier Races unserer Clubregatta. Es war der letzte der sechs Sonntage, an denen wir uns für die Clubmeisterschaft trafen. Wie bei allen Sonntagen unserer Clubregatta hatten wir das beste Segelwetter: Es schien die Sonne und der Wind gab sich ebenfalls redliche Mühe: Erst blies er relativ kräftig mit 4 bis 5 Bft und flaute dann auf 3 Btf ab.

Bodo hatte am Sonntagmorgen leider keine Zeit und übertrug die Ausführung der Wettfahrten an Marvin. Marvin nahm die Herausforderung an und informierte alle noch einmal über den Ablauf der Wettfahrten. Sonntag legte er einen Trapezkurs, der aus einer langen Kreuz, zwei kurzen Raumwindkursen und einem langen Vorwindkurs bestand.

Und pünktlich 10:55 kam das erste Ankündigungssignal. Um 11Uhr starteten wir, wie bei Yardstick Regatten üblich, alle gemeinsam. Es waren sechs Optis (Vincent, Louis, Yann, Anton, Anna und Herman), drei 420iger (Frida / Ludwig,  Louisa / Tonja und Richard / Niclas), ein RS AERO (Elisabeth), drei Laser (Andreas, Martin und Steffen), die beiden 49er (Ina / Melisa und Carli / Lucas) und de Hobie Wild Cat (Andrea, Heike und Silvio) am Start. Da der Wind gedreht hatte, ging es mit einem Anliegerkurs los. Der Cat und die beiden 49er führten das Feld an, im Mittelfeld drängten sich die 420iger, der AERO und Laser und schlussendlich kamen die Optis … immer als erste ins Ziel. Kaum waren alle da, wurde schon das nächste Vorbereitungssignal gesetzt. Aus den erst angekündigten drei Wettfahrten wurden vier – und Startkommandos wurden mit lauter Stimme gerufen, weil die Tröte kaputt gegangen war.

Am Ende der Wettfahrten belegten ausschließlich die Optis die führenden Plätze: Louis wurde Fünfter, Yann Vierter,  Anton Dritter, Anna Zweiter und Herman Erster. Und nicht nur die Optis waren zufrieden, auch Marvin mit seiner ersten selbst organisierten Wettfahrt.

Ein Danke noch einmal an alle, die rund um unsere Clubregatten bei der Organisation, der Vorbereitung, auf dem Startschiff und mit vielen Fotos mitgeholfen haben.

Bei der Nikolausregatta, die gleichzeitig auch die Weihnachtsfeier sein wird, wird dann der Gesamtgewinner aller Wettfahrten verkündet und das Waffeleisen übergeben.

IDM Laser am Zwenkauer See

Solche Regatten wie die Internationale Deutsche Meisterschaft – IDM – beginnen ja immer mit einem etwas aufwendigeren Einchecken als sonst. Das Anmelden war easy, dann kam die Vermessung. Die Vermessung hier war nur eine Nachkontrolle. Den Messbrief selbst, eine ausweisgleiche Karte, hatte ich mir vorher zuschicken lassen. Bei der Vermessung wurde dann an meinem Segel beanstandet, dass die Landeskennung „GER“ fehlte. Glücklicherweise stand Herr Ziegelmayer bereit, um mir die Nummern, aus der dann die Buchstaben geschnitten wurden, zu verkaufen und auch gleich noch selbst einzukleben. So habe ich auch mal den Verkäufer meines Bootes kennengelernt.

Als ich dann fertig war, fuhr ein Auto mit einer Kasseler Nummer in den Hafen. Oops, Kassel? – He, das Gesicht kennst Du doch! – Na klar: er hat mir vor drei Jahren den Opti für Herman verkauft! Sein Junge war vorher mit dem Boot drei Jahre Opti A gesegelt. Er hatte in diesen Jahren an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen und sich dort auch gut platziert. Von den Deutschen Meisterschaften im Opti sagt man, dass die Teilnahme an diesen Meisterschaften die am härtesten umkämpfte von allen Segelklassen ist. Sein Sohn war damals gerade auf Laser 4.7 umgestiegen. Hier ist er im Laser Radial Open mitgesegelt. Er war erst ganz vorn mit dabei und wurde nur am Sonntag durch den starken Wind etwas abgehängt und zum Schluss Zwanzigster.

Am Donnerstag habe ich mein Boot das erste Mal aufgebaut. Neben mir stellte jemand seinen Niederhalter ein und markierte bestimmte Stellungen. „Ah, das habe ich neulich auch gemacht. Die Zahlen habe ich von einer deutschen Olympiateilnehmerin“ habe ich ihn angesprochen. „Ich auch. Sie steht da.“ – Petra Niemann, eine der erfolgreichsten deutschen Segelfrauen. Sie betreute ein Berliner Segelteam …

Und dann ging es am Donnerstag auch auf dem Wasser los. Als Erste starteten die Laser Standard, dann die Frauen, dann die Laser Radial Open, für die ich mich auch gemeldet hatte. Die „Laser Radial Open“ waren in zwei Gruppen eingeteilt. Unsere Startgruppe durfte erst zweimal “üben”, bis eine Wettfahrt gewertet wurde. Obwohl gleich mit „U“ (Disqualifizierung, wenn man eine Minute vor dem Start über die Startlinie fährt außer bei Neustart) gestartet wurde, gab es einen Frühstart. Die zweite Wettfahrt wurde wegen zu wenig Wind abgebrochen. Dann warteten wir auf mehr Wind. Als dann die anderen Gruppen, die schon eine Wettfahrt geschafft hatten, an Land geschickt wurden, setzte wieder etwas Wind ein und unsere Gruppe wurde noch einmal gestartet. Mit dem Ergebnis dieser Wettfahrt war ich ganz zufrieden.

Spektakulär waren vom ersten Tag an die Jury Motorboote: lauter Trillerpfiff -> gelbe Flagge zeigen -> einen Grund (meist „PUMPEN!“) und eine Segelnummer schreien; schon durften sich die angesprochenen Boote zweimal drehen.

Am Freitag warteten wir zuerst an Land auf mehr Wind. Ich hatte mich zu den Seglern aus Zwenkau gesetzt und verschiedene Kartenspiele gelernt. Als wir uns eingespielt hatte, ging es dann doch auf dem Wasser los. Der Wind nahm ständig zu, die Sonne schien … perfektes Segelwetter. Insgesamt gab es drei gestartete Wettfahrten. Die erste Wettfahrt verlief für mich erst ganz gut bis kurz vor der Kreuztonne. Dort musste ich mich plötzlich mit meiner Mütze mehr beschäftigen als mit dem Segeln und bin beim Ausreiten aus dem Boot herausgekippt; dumm angestellt. Die Aufholjagd hat mich an das Feld zurückgebracht, aber auch nicht weiter nach vorn. Bei der zweiten Wettfahrt brauchte ich nicht zu kentern, um auch Letzter zu sein. Bei der letzten Wettfahrt war ich erst auch ganz gut dabei, bin dann aber auch wieder hinten gelandet. Am Ende der Wettfahrten hatten die ersten zwei Boote meist einen Vorsprung von mehreren Bootslängen, ab dem dritten Platz wurde dann aber nacheinander ins Ziel gefahren, so dass das Feld meist nie weiter als 200 bis 300m auseinander war. Unzufrieden musste ich nicht wirklich sein.
Nach der letzten Wettfahrt mussten wir noch quer durch den Zwenkauer See nach Zwenkau kreuzen … das ist dreimal die Länge des Schladitzer Sees … bei 3 bis 4 Btf. schleppen lassen wollte ich mich nicht. Dafür war mir das Boot + Segel bei diesem Wind zu schade. Am Ende war ich ziemlich kaputt und fragte mich: „Wie kommst Du eigentlich am Sonntag zurück, wenn es erst richtig kachelt?“

Sonnabend war dann wieder perfektes Segelwetter.  Die Sonne schien und der Wind war um drei Btf. An diesem Tag war das Feld der Laser Radial Open erstmals in „Gold fleet“ und „Silver Fleet“ aufgeteilt.  „Gold Fleet“ kämpfte um den ersten und die folgenden 33 Plätze, das „Silver Fleet“ kämpfte nicht um den zweiten Platz sondern um Plätze 35 bis 67. Von den Leipziger Seglern schaffte es Tom Fischer in die Spitzengruppe. Ich dachte, dass es in der „Hobby- und Freizeitsegler-Gruppe“ entspannter zugeht – leider nicht. Die Starts wurden immer aggressiver und mussten teilweise dreimal wiederholt werden. Zum Schluss wurde unsere Gruppe nur noch mit der Schwarzen Flagge gestartet, was bedeutet, dass man sofort für die Wettfahrt disqualifiziert wird, wenn man in der letzten Minute vor dem Start über die Startlinie gefahren ist und dass man dann auch bei Wiederholungen nicht mehr mitfahren darf. Die beiden ersten Wettfahrten verliefen für mich wie die ersten beiden vom Vortag; nur dass ich nicht kurz vor der ersten Tonne kenterte, weil ich aus dem Boot gefallen bin, sondern weil ich jemanden übersehen hatte und plötzlich ausweichen musste. Die dritte Wettfahrt verlief dann besser. An der letzten Kreuztonne rundeten drei oder vier Boote nach mir. Dumm war nur, dass sie auf dem Raumwindkurs mehr Wind hatten und ich an der letzten Tonne wieder das ganze Feld vor mir im Blick hatte. Da alle auf dem Vorwindkurs nach Luv gefahren sind, dachte ich mir, dass ich mein Glück auf der Leeseite probiere … und plötzlich war ich im Ziel fast in der Mitte des Feldes.
Die Rückfahrt in den Hafen war entspannter, weil es fast ein Halbwindkurs war und der Respekt vor dem Sonntag war ein bisschen gewichen.

Sonntag sollten dann plötzlich vier statt nur zwei Wettfahrten gefahren werden. Ich dachte mir, dass dies schon sehr sportlich geplant ist. Wind war ja genug da. Einsegeln konnte man sich auch noch gut. Eine leichte Kollision mit einem Trainermotorboot gehörte leider auch dazu. War aber nicht schlimm, schließlich bestehen sie meistens aus Gummi. Gestartet wurde auch pünktlich ab 10:30 Uhr: erst wie immer die Laser Standard, dann die Frauen, dann die Gold-Gruppe und dann wir. Der Wind hatte deutlich zugenommen, und es war schon krass. Aber ich bin gut bis zur ersten Tonne gekommen. Auf dem Vorwindkurs bin ich das erste Mal gekentert. In der nächsten Kreuz hatte ich das Feld wieder eingeholt … auf dem Raumwindkurs und bei dem Abfallen auf dem Vorwindkurs war ich dann noch zweimal im Wasser. Bei dieser Wettfahrt war das Feld dann doch etwas weiter auseinandergezogen.

Und dann wurde gewartet. Beim Hin- und Herfahren bin ich auch noch ein paarmal im Wasser gewesen; mal weil der Wind das Boot einfach umgekippt hat, mal wurde es beim Halbwindfahren „zu schnell“. Vermutlich waren die Zeiten, als das Segel auf oder unter Wasser war, die besten Zeiten für das Segel an diesem Tag. Bei einem der Segler entschied sich das Segel, ganz im See zu bleiben; er wurde ohne Rigg in den Hafen geschleppt. Andere haben zu diesem Zeitpunkt abgebrochen und sind zurückgefahren. Am Nachmittag habe ich gefragt, warum gewartet wurde: Ein Grund war, dass die Wettfahrtleitung über den See verteilt 35kn gemessen hatte. In Deutschland dürfen Wettfahrten nur bis 25kn gestartet werden. Aber irgendwann ging es dann doch los. Spektakulär war noch eine Kenterung nach Lee. Das hat man auch nicht alle Tage, dass der Wind plötzlich so krass von Lee kommt, dass man einfach umgekippt wird. Manchmal habe ich auch an Aufgeben gedacht. Doch dann dachte ich: ein besseres Training kann es gar nicht geben. Und außerdem habe ich das Startgeld bezahlt; also müssen sie mich jetzt auch ertragen. Cool war schon, dass – wenn es mit dem Aufrichten mal nicht so schnell geklappt hat, immer sofort ein Motorboot zur Stelle war. Diese Wettfahrt wurde dann aber doch abgebrochen; der Kurs war kaputt gegangen (Tonnen verschoben). Eigenglich schade, weil nur noch wenige überhaupt gestartet sind und auch ein Platz am Ende des Feldes ein guter Platz gewesen wäre.

Und dann kam die Rückfahrt in den Hafen. Der Wind kam von der Seite; gleitend auf den Wellen hat mir diese Fahrt den meisten Spaß an diesem Tag gemacht.

Bei der Siegerehrung konnte man meist jugendliche Sieger sehen, bei denen es um Fördermittel und um die Qualifizierung für das German Sailingteam ging. Von den Spitzenseglern waren Pia Kuhlmann und viele Seglerinnen und Segler aus Jugendnationalmannschaft dabei. Viel Beifall gab es für eine gut organisierte und gut durchgeführte Meisterschaft.

Muskelkater und Sonnenbrand werden vergehen … viele schöne Erinnerungen werden aber bleiben.