420er Taufe

Am 1. Mai 2022 wurde unser 420er vor seiner zweiten Fahrt offiziell getauft.
Am Tag zuvor brachten wir bereits den Namen an, sodass der Taufe am Sonntag nichts mehr im Wege stand. Zur Vorbereitung der Taufe wurde das Boot aufgeriggt und publikumswirksam platziert. Natürlich wurde darauf geachtet, den Namen nicht vorher preiszugeben.
Gegen 12.00 Uhr durfte Anna (der Tradition entsprechend sollte es ja eine weibliche Taufpatin sein) dann unser neues Boot taufen.
Mit den Worten:
„Ich taufe dich auf den Namen „Testudo“. Mache deinem Namen nicht alle Ehre und sei ein schnelles Boot!
(😊 man muss kurz erklären, dass Testudo aus dem Lateinischen stammt und Schildkröte heißt)
Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!“

wurde die Taufe mit Sekt vollzogen, der Rest ausgeschenkt und auf das Boot angestoßen.

Während Anna und ich rausfuhren, um unter anderem den Bug von Sekt zu befreien, wurde der Grill angeworfen und es gab Bratwurst und Brötchen solange der Vorrat reichte (und der war reichlich).  So wurden insgesamt fast 50 Bratwürste gegrillt und der Nachmittag konnte bei traumhaftem sonnigem Wetter genossen werden. Zurück von der ersten offiziellen Fahrt wurde das Boot von vielen Interessierten ausgiebig inspiziert und für regattatauglich erklärt. Möge das Boot eine Renn-Schildkröte werden! Ich hoffe der Tag bleibt allen in schöner Erinnerung und wir alle freuen uns schon auf die nächste Taufe😊.
Euer Anton

40th LAKE GARDA MEETING OPTIMIST

Um gut in Herman’s vemutlich letztes Opti-Jahr zu starten, hatten wir uns überlegt, über Ostern an dem Gardasee zu fahren. In den beiden letzten Jahren ging es ja leider nicht. Doch zu Jahreswechsel war schon abzusehen, dass Corona uns diesmal keinen Strich mehr durch die Rechnung machen würde und so ging die Planung los. Diesmal haben wir uns bei SailingTeam HaWei aus Berlin angemeldet. Harald und Pauline haben ein paar Tage Training und dann auch die Regattabetreuung angeboten.  Herman hatte schon im letzten Herbst bei ihnen trainiert und es passt sehr gut.

Zum Gardesee fährt man ja, weil es ein geniales Segelrevier ist. Da er ja jenseits der Alpen liegt ist es im Frühling schon warm und das Wetter wesentlich besser als im Norden. Unbezahlbar sind aber vor allem die thermischen Winde, welche super Segelmöglichkeiten garantieren. Nur Sonnenschein wird dafür benötigt: und den hatten wir die ganze Woche; jeden Tag war Wind zwischen vier und sechs Btf. Lediglich zwei Gewitter trübten den Seglerspaß, bei denen die Optis vom See geholt wurden. Ein deutscher Surfer überlebte das erste Gewitter leider nicht …

Doch nun mal der Reihe nach: Herman und ich, wir haben Mitte März die Langlaufskier in die Ecke gestellt und den Opti-Kram rausgeholt. Alles war okay. Ein paar kleine Reparaturen hatten wir noch im Herbst gemacht. Das war schon wieder vergessen. Da der Junge ja wieder gewachsen ist, mussten wir noch ein paar Klamotten nachkaufen und so war dann alles vorbereitet und gepackt. Beim letzten Standard-Check vor dem Losfahren stellten wir fest, dass die rechte Seite der Trailerbeleuchtung nicht funktionierte … 2h später sind wir dann doch losgefahren …. und gut in Torbole angekommen.

Sonnabend Mittag an dem Wochenende vor Ostern sollte das Training losgehen. Am Morgen war das Wetter noch sehr schön. Gegen Mittag wurde es plötzlich dunkel, Blitze zuckten, Donner grollten und mehr als die Bootskontrolle war dann leider nicht möglich. Trainigsstart war am Sonntag Vormittag. Da im Frühjahr die Vormittagswinde eher schwächer sind als die Nachmittagswinde, ging es erst mal ruhiger los. Nach dem Mittag sah die Sache anders aus: Wellen mit Schaumkämmen, Windstärke 4 bis 6; und auch am Ufer mussten wir uns trotz Sonnenschein warm anziehen, um nicht zu frieren. Meine erste „Reparatur“ war, an meinem Sonnenhut ein Band anzunähen, damit ich ihn nicht sofort verliere. So ging es bis Mittwoch.

Anschließend fand das „Garda Meeting Optimist – Fraglia Vela Riva“ statt. Das ist die weltgröße Opti-Regatta mit mehr als 1000 Booten. Gewinnen kann man hier nichts, die Teilnahme ist aber auf jeden Fall ein Erlebnis, denn es kommen ganz viele gute Segler aus aller Welt zu diesem Rennen. Am Mittwoch Abend war die Eröffnungsveranstallung. Dafür trafen sich die Kinder vor dem Hafen und sind dann fahnenschwenkend hinter einer Kapelle auf den Markplatz von Riva del Garda gezogen. Die meisten Landes-Fahnen kennt man ja, bei einigen Fahnen mussten wir abends erstmal nachschauen: Es waren die Flaggen von Taiwan und von einem afrikanischen Land.

Am Donnerstag fanden dann die ersten Rennen statt: Gestartet wurden die Cadetti (alle Kinder bis zu 9 Jahren) in einer Gruppe und die Juniors (alle älteren) in fünf Gruppen mit jeweils knapp 200 Booten. An den ersten beiden Tagen wurden die Kinder den Gruppen zugelost. Das waren die Qualifizierungsläufe. Jede Gruppe hatte eine Startfarbe und jedem Opti wurde ein Band mit der entsprechenden Farbe in die Sprit gebunden.
Nach dem ersten Tag war Herman so ziemlich in der Mitte des Feldes, doch konnte er diesen Platz nicht halten und ist am zweiten Tag nach hinten gerutscht.

Am Sonnabend und Sonntag waren die „Finalläufe“. Entsprechend der Platzierung nach den 6 Läufen an den beiden ersten Tagen wurden die Kinder in fünf Leistungs-Gruppen eingeteilt. Die besten 188 in das „Gold Fleet“, die nächsten 188 in das „Silver Fleet“ usw. Die letzten beiden Tage waren dadurch “kleine Regatten” innerhalb der jeweiligen Leistungsfelder. Herman hatte sich für die vierte Gruppe qualifiziert.

Einmal haben wir abends über die Landeskennungen in den Booten gesprochen, mit denen er so segelt, bzw. die er auf dem Wasser gesehen hat. Neben vielen Deutschen und Italienern waren es auch Türken, Engländer, Amerikaner, Tschechen sowie Boote aus fast allen anderen europäischen Ländern.

Bei den Finalläufen konnte Herman in seiner Gruppe gut mitfahren. Zwei Wettfahrten ist Herman nicht mitgefahren, weil ein Gewitter am See war. Und leider erwischte ihn auch, dass bei zwei seiner Läufe der Zieleingang nicht gewertet wurde. Das ist vielen passiert und immer dann, wenn größere Gruppen von Optis gleichzeitig ins Ziel gefahren sind. Unsere Anträge auf Wiedergutmachung wurden ignoriert. Aber egal.
Bei dem letzten Lauf am Sonntag waren dann schon reichliche 5 – 6 Btf auf dem Wasser. Herman meinte, er ist sich vorgekommen wie auf einem Hindernisparcour: überall schwammen gekenterte oder vollgelaufene Optis herum, um die er herum fahren musste.

Am Sonntag Abend war die Siegerehrung in Riva del Garda. Und nicht nur bei der Eröffnungsfeier, sondern auch zur Siegerehrung waren die Ukrainer die Ersten: Bei den Mädchen gewann eine Seglerin aus der Ukraine und in der Gesamtwertung siegte ein ukrainischer Junge vor einem Italiener, zwei Schweden, einem Amerikaner, … Nach der Siegerehrung stand mal kurz das Mädchen aus der Ukraine neben uns. Sie war fast einen Kopf größer als Herman. Da dachten wir, naja, vielleicht geht sogar noch ein Optir Jahr …

Hier ist “offizielles” Video von der Veranstaltung: https://www.youtube.com/watch?v=K-bdwvvRhcg Herman ist in der sec 17 neben oder hinter einem zweiten Opti zu sehen.

Ergebnisse Clubregatta 2020

Es ist soweit, der Sieger der Clubregatta(Serie) ist bestimmt und wartet auf den Preis. Ja das “heilige Waffeleisen” geht an den ersten Platz.

Ergebnis Yardstick 2020

 

Herzlichen Glückwunsch an die Nächstplazierten, nächstes Jahr haben alle wieder die Chance.

 

Neujahrssegeln 2020

Da ich ja zu Eisarschregatta beauftragt wurde, einen Bericht über zwei Seiten zu schreiben, aber leider nur eine Seite füllen konnte, habe ich mich bereit erklärt, einen zweiten Bericht zu schreiben (was übrigens nicht ganz stimmt, ist mittlerweile sogar der dritte, ich denk ich werde mal eine Liste machen, um herauszufinden, wer sich immer drückt), nun ja von dieser Großzügigkeit meinerseits abgesehen soll es ja um den heutigen Tag gehen.

Wie jedes Jahr wurde sich am ersten Sonntag nach Silvester am See getroffen um mit dem ZK10 Kutter eine Runde über den Teich zu schippern. Gut, für uns (Bodo, Niklas, Lucas, Silvio und mich, Marvin) war der Treff nicht der See, sondern die Halle in Podelwitz, um den Kutter überhaupt erstmal zu holen. Den Kutter „auszugraben“, hatte zugegebenermaßen ein bisschen was vom Trödeltrupp, es mussten ein paar Kühlschränke, Theken und Werbetafeln beiseitegeschafft werden, um an den Kutter ran zu kommen, einmal freigelegt stellte sich die nächste Herausforderung in den Weg unserer Helden namentlich die Maße des Kutters und die der Halle, also den Kutter schnell mal in 87 Zügen rückwärts ausgeparkt und sich dem nächsten Problemchen gewidmet. Das Problem möchte ich mit den berühmten Worten von Konfuzius beschreiben: ohne Luft auf Reifen „nix fahren gut“. Die Luft war dank eines Kompressors schnell wieder drin im Gummi und der Störfall damit behoben, „ha denkste“ aber darauf kommen wir später zurück. Also aufgesessen und abgefahren zum See.

Am See wurde erstmal umgespannt, da man um den Kutter ins Wasser zu bringen schon noch ein bisschen mehr Power braucht (und weil wir im Ernstfall unser Auto nicht versenken wollten, „zwinker-simile“). Dann wurden mit eingetroffener Unterstützung die Masten gestellt, Segel gesetzt und die weitere Planung besprochen. Nachdem das Slippen beim ersten Versuch reibungslos, ohne Zwischenfälle und genau nach Lehrbuch passierte (gegenteilige Stimmen möchte ich hier als Lügner abstempeln, „hust“) konnte mit einer kleinen Besatzung zum Steg gesegelt werden. Es wurde reichlich Gebäck, heiße (und kalte) Getränke sowie – sehr wichtig –  Decken und Kissen verladen, und es konnte losgehen. Wobei, wir mussten noch auf Andi warten, genauso wie wir immer noch auf die Bilder warten, aber ein Schelm, wer dort Parallelen sieht.

 

Nun ging es los. Es wurde entspannt über den See gedümpelt, das mitgebrachte Essen genossen, zumindest von denen, die etwas abbekommen haben und es wurde natürlich auch gesungen…. Ja ich möchte hier Martin für sein Engagement danken. Wie ich das beurteilen konnte, hast du in Theresa eine treue Mitsängerin gefunden. Es wurden Lieder wie „My Bonnie is over the ocean“ und „Drunken Sailer“ geträllert und sich anschließend noch nett unterhalten.

Nachdem Kapitän Yann uns erfolgreich zurück zum Steg gebracht hat und alle irgendwie verschwunden sind ohne tschüss zu sagen, zumindest zu mir, habe ich das Kommando an mich gerissen und mich von Martin dazu verleiten lassen doch schon mal mit dem Kutter eine Schleife zu fahren. Bei dieser gewollten Schleife kamen wir dann zufällig noch einmal am Steg vorbei und haben Silvio eingesammelt. Dann ging es mittels eines wie ich anmerken will hervorragendem Kurses zur Tauchstation. Auf dem Weg dorthin wurde ein Plan geschmiedet, wie er von Alexander dem Großen nicht hätte besser sein können. Der Plan beinhaltete folgende drei sehr wichtige, aber dennoch taktisch geniale, aber auch in Anbetracht der Risiken logische Punkte:

  1. Erst großes Segel weg
  2. Dann kleines Segel weg
  3. Rest mit Fock

Nachdem Punkt eins und zwei abgeschlossen waren, hat meine Crew auf einmal einen Rappel bekommen und angefangen, mir mein Schiff unter dem Hintern abzubauen. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich es nicht trotzdem geschafft hätte, in einem beispiellosen Manöver den Kutter fast perfekt und fast ohne Hilfe genau auf dem Trailer zu postieren.

Nachdem der Kutter einmal mit kräftig Schwung aus dem See gezogen wurde, bauten sich die Masten fast von selbst ab. Nur musste ja nach der Anspielung vorhin noch irgendwas mit dem Reifen sein und siehe da, der Reifen hatte noch ein bisschen weniger Luft als vor dem ersten Aufpumpen. Die Lösungsvorschläge reichten von „mit dem Mund aufpusten“ bis zum Autokompressor. Wir haben uns dann – ich weiß nicht aus welchen Gründen – genau für den Kompressor entschieden. Aber zumindest wissen wir jetzt, an was es lag.

Nachdem sich verabschiedet wurde, hat die Anfangscrew noch den Kutter zurück ins Winterlager gebracht. Nach 57 Zügen rückwärts einparken und wieder „vergraben“, also dem Zurückstellen von Kühlschränken etc. war auch für uns das Neujahrssegeln beendet.

 

Noch kurz zu den Berichten. Ich glaub, ich mach das jetzt öfter, weil: macht irgendwie Spaß und man hat so eine gewisse Einflussnahme, was alles in den Berichten steht und man kommt selbst dabei natürlich höchst vorteilhaft weg.

 

Yeah Gruppenbild: