40th LAKE GARDA MEETING OPTIMIST

Um gut in Herman’s vemutlich letztes Opti-Jahr zu starten, hatten wir uns überlegt, über Ostern an dem Gardasee zu fahren. In den beiden letzten Jahren ging es ja leider nicht. Doch zu Jahreswechsel war schon abzusehen, dass Corona uns diesmal keinen Strich mehr durch die Rechnung machen würde und so ging die Planung los. Diesmal haben wir uns bei SailingTeam HaWei aus Berlin angemeldet. Harald und Pauline haben ein paar Tage Training und dann auch die Regattabetreuung angeboten.  Herman hatte schon im letzten Herbst bei ihnen trainiert und es passt sehr gut.

Zum Gardesee fährt man ja, weil es ein geniales Segelrevier ist. Da er ja jenseits der Alpen liegt ist es im Frühling schon warm und das Wetter wesentlich besser als im Norden. Unbezahlbar sind aber vor allem die thermischen Winde, welche super Segelmöglichkeiten garantieren. Nur Sonnenschein wird dafür benötigt: und den hatten wir die ganze Woche; jeden Tag war Wind zwischen vier und sechs Btf. Lediglich zwei Gewitter trübten den Seglerspaß, bei denen die Optis vom See geholt wurden. Ein deutscher Surfer überlebte das erste Gewitter leider nicht …

Doch nun mal der Reihe nach: Herman und ich, wir haben Mitte März die Langlaufskier in die Ecke gestellt und den Opti-Kram rausgeholt. Alles war okay. Ein paar kleine Reparaturen hatten wir noch im Herbst gemacht. Das war schon wieder vergessen. Da der Junge ja wieder gewachsen ist, mussten wir noch ein paar Klamotten nachkaufen und so war dann alles vorbereitet und gepackt. Beim letzten Standard-Check vor dem Losfahren stellten wir fest, dass die rechte Seite der Trailerbeleuchtung nicht funktionierte … 2h später sind wir dann doch losgefahren …. und gut in Torbole angekommen.

Sonnabend Mittag an dem Wochenende vor Ostern sollte das Training losgehen. Am Morgen war das Wetter noch sehr schön. Gegen Mittag wurde es plötzlich dunkel, Blitze zuckten, Donner grollten und mehr als die Bootskontrolle war dann leider nicht möglich. Trainigsstart war am Sonntag Vormittag. Da im Frühjahr die Vormittagswinde eher schwächer sind als die Nachmittagswinde, ging es erst mal ruhiger los. Nach dem Mittag sah die Sache anders aus: Wellen mit Schaumkämmen, Windstärke 4 bis 6; und auch am Ufer mussten wir uns trotz Sonnenschein warm anziehen, um nicht zu frieren. Meine erste „Reparatur“ war, an meinem Sonnenhut ein Band anzunähen, damit ich ihn nicht sofort verliere. So ging es bis Mittwoch.

Anschließend fand das „Garda Meeting Optimist – Fraglia Vela Riva“ statt. Das ist die weltgröße Opti-Regatta mit mehr als 1000 Booten. Gewinnen kann man hier nichts, die Teilnahme ist aber auf jeden Fall ein Erlebnis, denn es kommen ganz viele gute Segler aus aller Welt zu diesem Rennen. Am Mittwoch Abend war die Eröffnungsveranstallung. Dafür trafen sich die Kinder vor dem Hafen und sind dann fahnenschwenkend hinter einer Kapelle auf den Markplatz von Riva del Garda gezogen. Die meisten Landes-Fahnen kennt man ja, bei einigen Fahnen mussten wir abends erstmal nachschauen: Es waren die Flaggen von Taiwan und von einem afrikanischen Land.

Am Donnerstag fanden dann die ersten Rennen statt: Gestartet wurden die Cadetti (alle Kinder bis zu 9 Jahren) in einer Gruppe und die Juniors (alle älteren) in fünf Gruppen mit jeweils knapp 200 Booten. An den ersten beiden Tagen wurden die Kinder den Gruppen zugelost. Das waren die Qualifizierungsläufe. Jede Gruppe hatte eine Startfarbe und jedem Opti wurde ein Band mit der entsprechenden Farbe in die Sprit gebunden.
Nach dem ersten Tag war Herman so ziemlich in der Mitte des Feldes, doch konnte er diesen Platz nicht halten und ist am zweiten Tag nach hinten gerutscht.

Am Sonnabend und Sonntag waren die „Finalläufe“. Entsprechend der Platzierung nach den 6 Läufen an den beiden ersten Tagen wurden die Kinder in fünf Leistungs-Gruppen eingeteilt. Die besten 188 in das „Gold Fleet“, die nächsten 188 in das „Silver Fleet“ usw. Die letzten beiden Tage waren dadurch “kleine Regatten” innerhalb der jeweiligen Leistungsfelder. Herman hatte sich für die vierte Gruppe qualifiziert.

Einmal haben wir abends über die Landeskennungen in den Booten gesprochen, mit denen er so segelt, bzw. die er auf dem Wasser gesehen hat. Neben vielen Deutschen und Italienern waren es auch Türken, Engländer, Amerikaner, Tschechen sowie Boote aus fast allen anderen europäischen Ländern.

Bei den Finalläufen konnte Herman in seiner Gruppe gut mitfahren. Zwei Wettfahrten ist Herman nicht mitgefahren, weil ein Gewitter am See war. Und leider erwischte ihn auch, dass bei zwei seiner Läufe der Zieleingang nicht gewertet wurde. Das ist vielen passiert und immer dann, wenn größere Gruppen von Optis gleichzeitig ins Ziel gefahren sind. Unsere Anträge auf Wiedergutmachung wurden ignoriert. Aber egal.
Bei dem letzten Lauf am Sonntag waren dann schon reichliche 5 – 6 Btf auf dem Wasser. Herman meinte, er ist sich vorgekommen wie auf einem Hindernisparcour: überall schwammen gekenterte oder vollgelaufene Optis herum, um die er herum fahren musste.

Am Sonntag Abend war die Siegerehrung in Riva del Garda. Und nicht nur bei der Eröffnungsfeier, sondern auch zur Siegerehrung waren die Ukrainer die Ersten: Bei den Mädchen gewann eine Seglerin aus der Ukraine und in der Gesamtwertung siegte ein ukrainischer Junge vor einem Italiener, zwei Schweden, einem Amerikaner, … Nach der Siegerehrung stand mal kurz das Mädchen aus der Ukraine neben uns. Sie war fast einen Kopf größer als Herman. Da dachten wir, naja, vielleicht geht sogar noch ein Optir Jahr …

Hier ist “offizielles” Video von der Veranstaltung: https://www.youtube.com/watch?v=K-bdwvvRhcg Herman ist in der sec 17 neben oder hinter einem zweiten Opti zu sehen.

Oktoberfestpreis Regatta am Starnberger See- Die erste “Auswärts-Skiff” Regatta für unseren Verein

Bevor ich direkt zum Wettkampfwochenende 18./19. September 2021 komme muss ich etwas weiter zurück gehen. Die Idee kam erstmals schon letztes Jahr auf, ich wollte mit dem 49er unbedingt an einer anderen Regatta als dem heimischen Schlabu-Cup teilnehmen. Mit Kilian aus dem Seglerverein Süd-West als Vorschoter konnte ich mir das gut vorstellen. Ich musste Ihn auch gar nicht überreden oder motivieren, er ließ sich sozusagen gleich auf den Vorschlag ein. Im Sommer 2021 entschlossen wir, nach dem schon einige Wettkämpfe aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurden, für die Oktoberfestpreis-Regatta in Tutzing am Starnberger See.

Nach der Anmeldung verfolgten wir fast täglich die Meldeliste. Schließlich hatten sich fünf 49er, 19 29er und neun J80 eingetragen. Erst auf dem Hinweg erfuhr ich von Kilian, dass er drei der anderen gemeldeten 49er Teams schon von früheren Regatten kannte. In Hochleistungsjahren hatten die anderen 150 Wasser-/Trainingstage und umfassende Wettkampferfahrung, u.a. auch deutsche Meisterschaften. Sogar der 18Footer war den anderen Teams bestens vertraut, mit der Teilnahme an Europameisterschaften in der Skiff-Klasse. Kurz gesagt wirklich Profis…!!!
Kilian und ich waren vorerst sehr unentschlossen wirklich hinzufahren, da die Windvorhersage auf 2kn reduziert wurde. Wir entschlossen uns aber am Freitagmittag ins Auto zu setzten. Gegen 15Uhr ging es ungefähr los. Nach 5,5 Stunden kamen wir dann im dunklen an. Sehr verwunderlich, keiner da. Niemand den man ansprechen konnte.

Nachdem ich vorher am Telefon so spitz gefragt wurde, ob ich mir sicher sei, dass richtige Hobby gewählt zu haben möchte ich jetzt so spitz anbringen, dass ein kleines „Hallo, ich mach euch das Tor auf, hier könnt ihr eure Boote hinstellen“ eine nette Geste gewesen wäre. Durch Zufall kam gerade noch ein 29er Team, die den Ort des magischen Drückers fürs Tor kannten.
Ein 49er Team reiste auch gleich abends an, ohne Hänger…
… Der 49er wurde auf dem Dach des T4 Busses geschnallt und alle sonstigen Teile in den Kofferraum verstaut.
Am Samstagmorgen begannen wir gegen halb 8 unser Boot aufzubauen und es war immer noch niemand zu sehen, der uns ggf. kurz willkommen hieß.
Gegen 10 kamen auch die anderen 3 49er Teams an den See, begannen jedoch erstmal mit Frühstücken, das aufbauen der Boote folgte später. Nach dem ich noch zum Test-Center düsen musste, wurde der Start aufgrund fehlenden Windes verschoben. Wir bastelten am Boot, lernten die Community vom 49er kennen und holten uns Tipps und Tricks zum Rigging ein. Gegen 14 Uhr brach dann so die kleine Hektik aus, da nun doch Wind aufkam. 29er und 49er mussten nun innerhalb einer halben Stunde über nur eine Rampe ins Wasser und zur Startlinie. Kleine Info am Rande, die Betonnung war abgefahren…
…das waren keine klassischen Bojen sondern große aufblasbare Zauberhüte mit zwei kleinen Schiffsschrauben die per Tablett und GPS ihre zugewiesene Position selbstständig halten konnten.
Am Samstag und Sonntag schafften wir jeweils 4 Wettfahrten, sodass die geplanten 8 Stück erfolgreich durchgeführt werden konnten.

In diesen Wettfahrten wurde uns, wahrscheinlich vor allem mir bewusst, dass beim 49er jeder noch so kleine Fehler fatale Auswirkung hat. Auf der Kreuz schlugen wir uns auf dem Up and Down Kurs immer ganz gut, doch nach den Gennaker-Kursen stellten wir uns wieder hinten an. Sei es das falsche Anpumpen nach der Halse, zu wenig oder zu starkes Abfallen, zu zeitig halsen, da gibt es noch ein paar mehr Beispiele.

Hier ist ein Bild, an dem vier 49er (und ein paar 29er) nach dem ersten Gennakerkurs immer noch beieinander sind und alle zeitgleich an die Leetonne treffen. Nur wir nicht… wir haben uns die Aufregung etwas erspart und blieben mit etwas größeren Rückstand hinter den anderen.
Den Samstagabend verbrachten wir gemeinsam mit ein paar Bier und tauschten einige Segelerlebnisse aus. Sogar zwischen den Wettfahrten nutzten wir die Gelgenehit miteinander das eben geführte Rennen kurz auszuwerten und sich gegenseitig zu analysieren. Auch Sonntag gab es vorerst eine Startverschiebung. Echt erstaunlich wie tiefenentspannt die 49er Teams so sind. Wir begannen erst das Boot abzudecken und aufzubauen als die Verschiebung aufgehoben wurde. Verdammt sportlich, dass in der Zeit zu schaffen, aber wir waren doch noch pünktlich am Startboot.

Zum Schluss möchte ich dennoch behaupten, dass wir uns gut geschlagen haben! Auch wenn wir nicht gewonnen haben, sind einige Sequenzen bei uns sehr gut gewesen und konnten uns von den anderen auch einiges Abschauen. So hatten wir uns sogar ein kleines Erstaunen und Lob der anderen erkämpfen können. Das Beste Gefühl erlangten wir beim Zieleinlauf der letzten Wettfahrt, nachdem wir unseren Vorsprung vollkommen zu Nichte gemacht hatten überquerten wir die Ziellinie doch noch als erster in der gleichen Sekunde wie das zweitplatzierte Team.

Die drei erst platzierten lagen mit ihren Punkten alle sehr eng beieinander. In der Gesamtwertung wurden wir Vierter. Auf Platz 5 stand das 49erFx Team, der 49erFx hat ein kleineres Rigg als der 49er, so hatten die zwei es natürlich besonders schwer sich zu beweisen. Sarahs Vorschoter auf dem 49erFx stieg vor zwei Jahren auf den 49er ohne vorherige Segelerfahrung. Respekt an dieser Stelle!!!

Es war ein unglaublich erfahrungsreiches Wochenende und ein super Erlebnis, neue Leute aus derselben Bootsklasse kennen zu lernen. Eine ganz andere Welt im Vergleich zu den bisher bekannten 420er Regatten aus den Jahren zuvor.

Goldener / Silberner Opti oder „Kieler Woche für Optis“

Nachdem gerade vor einer Woche die Kieler Woche für die „Großen“ zu Ende gegangen war, wurde im Olympiahafen nun wieder Platz für die Kinder. Normalerweise findet die Regatta Goldener / Silberner Opti  im Frühjahr statt. In diesem Jahr wurde sie aber in den Herbst verlegt. Für uns war vieles neu: der Olympiahafen, offene See, Ostseewellen und Wasser, das nach Salz schmeckt, eine imposante Kulisse mit den riesigen Schiffen in der Fahrrinne nach Kiel …

Los ging es am Freitag mit einem Trainigstag bei HaWei, einem Berliner Segeltrainer. Er hatte zusätzlich zur Regattabetreuung auch einen Vorbereitungstag angeboten. Für Herman war es der gute Einstieg für seine erste Ostseetour. Der Olympiahafen liegt am Ausgang der Kieler Bucht. Ostseewind und -wellen hat man dort bei Nord-Ost-Wind.  An diesem Trainingstag war der Wind aber erstmal ablandig, kam aus Nord-West, auch mit ca 2 bis 3 Btf, nicht so stark. Um die „großen“ Wellen dann doch zu erleben, fuhr HaWei mit den Kindern weit in die Kieler Bucht hinaus. Das Salzwasser im Boot, im Gesicht, überall, war für Herman schon etwas Neues. Abends registrierten wir uns noch für die Regatta und brachten auch den ganzen nervigen Corona-Zettel-Kram hinter uns.

Am Sonnabend ging es dann richtig los: Der Wind wehte aus NO mit ca 4 BTF. Im Hafen wurden auf die Flagge „D“ gewartet. Als sie gesetzt wurde, durften die Optis ablegen und es ging hinaus auf das Wasser. Zuerst ca. 141 Opti A, die großen OptiKinder, und anschließend bei einer andern Flagge ca.74 Opti B, die jüngeren Segelerinnen und Segler.  Für beide Bootsklassen waren 6 Wettfahrten geplant, die auch gestartet wurden. 141 Optis auf einer Startline wären zu viel gewesen. Deshalb wurde das gesamte Startfeld in 4 „Farben“ aufgeteilt. Jeder bekam entweder ein rotes oder blaues oder grünes oder gelbes Band in die Spriet gebunden. Gestartet wurden immer zwei Farben, z.B. Rot und Blau gemeinsam. Es gab also immer zwei Starts pro Wettfahrt. Am Ende sind alle Optis zweimal gegeneinander gefahren. Damit sich die Opti dann nicht bei den Wettfahren behinderten, gab es zwei Bahnen: einen OuterLoop für die erste Startgruppe und einen InnerLoop für die zweite Startgruppe. Die erste Startgruppe fuhr nach der ersten Kreuz auf die Außenbahn, kreuzte dort ein weites Mal und fuhr dann ins Ziel. Die Segler der zweiten Startgruppe blieben auf dem Innerloop vor dem Startschiff und fuhren nach der zweiten Kreuz über die Außenbahn in Ziel. Die zweite Startgruppe wurde immer ca. 10 min später in das Rennen geschickt. Beeindruckend war, dass die Felder nie ineinander gefahren sind. Ein Zieleinlauf pro Startergruppe dauerte in der Regel ca. 7 min. Herman konnte immer Anschluss an das Feld halten. Einige wenige Boote kamen immer nach ihm ins Ziel. Seekrank ist er nicht geworden. Es war schon sehr aufregend.

Nachmittags flaute der Wind etwas ab und die Wellen waren nicht mehr so hoch. Für die großen Optis ging nach vier Wettfahrten ein langer Segeltag zu Ende. Bei den Opti B kam eine vierte Wettfahrt nicht mehr zustande, weil der Start einfach nicht gelang. Immer wieder gab es Frühstarts vom ganzen Feld und die Wettfahrtleitung hatte die schwarze Flagge nicht mit rausgenommen. Nach sechs Startversuchen, was ungefähr eine Stunde dauerte, wurde die Prozedur abgebrochen und die Kinder wurden in den Hafen geschickt. Wären die Kinder Profisegler, könnte man auch von Arbeitsverweigerung sprechen 😊

Am Sonntag fanden noch zwei Wettfahrten bei den Opti A bzw. drei Wettfahrten bei den Opti B statt. Der Wind hatte zugenommen: 4 Btf aus NO, Ostseewellle und Sonnenschein. Ich glaube, alle hatten einen wunderschönen Segeltag.

Den goldenen Opti der „großen“ Optisegler gewann James Pine aus den USA , der zweite und dritte Platz ging an Segler aus Dänemark. Bei den „kleinen“ Optis blieb der silberne Opti In Deutschland, auch der zweite und dritte Platz. Aus Sachsen waren Gustav und Greta Pöschke, Philip und Harry Chervenkov und Herman in Kiel. Am Ende der Wettfahrten erreichte Philip den 41. Platz, Gustav den Platz 99. und Herman den 137. Platz bei den Opti A. Bei den Opti B belegte Greta den 30. Platz und Harry wurde 68.

Am Ende war es für die Kinder, aber auch für die Eltern ein schönes Segel-Wochenende mit vielen, vielen Erlebnissen, die so eine Reise nicht so schnell vergessen lassen.

Ach so, das hätte ich fast vergessen: An dem Wochenende habe ich drei neue Wörter gelernt, die oft im Mittelpunkt der Gespräche der Eltern waren: “Mobo”, “Womo” und “Droku”. Ich bin nicht sicher ob ich diese neuen Wörter richtig verstanden habe, den meine Antworten wurden meist ungläubig aufgenommen: “Habt ihr auch ein Mobo dabei?” – “Nein, aber meist fahre ich mit meinem Laser mit raus.”  Ober: „Schaft ihr auch im Womo?“ – „Nein, im Auto“. Oder: „Segelt Dein Kind im Droku?“ – „Nein, er hat einen Neo.“  …  Also, ganz wichtig für Regattasegler: Mobo, Droku und Womo 😉

14. SchlabuCup 2021“ – oder „Endlich mal eine Regatta mit Wind

Ja, Herman und ich waren dieses Jahr wieder oft unterwegs und wir sind zu vielen Regatten gefahren. Ich möchte gar nicht aufzählen, bei wie vielen Regatten Wettfahrten wegen zu wenig Wind abgebrochen wurden: Es war fast immer der Fall und insgesamt waren es mehr abgebrochene Wettfahrten als die, die am Ende gewertet wurden. Einmal gab es auch gar keine Wertung.

Mit Wind und Wetter hatten wir an diesem Wochenende richtig Glück: Es schien die Sonne und der Wind wehte mit 2 bis 3 Bft über den See. Los ging es am Sonnabend um 10 Uhr mit der Steuerleutebesprechung. Bodo eröffnet die Veranstaltung und verteilte die erste Runde Gummibärchen: für den fleißigsten Opti-Segler der letzten Wochen, für die Seglerin mit der weitesten Anreise aus Partwitz und an drei junge Segler für ihren Mut, an dem Wochenende statt einen Open Skiff einen ILCA 6 zu segeln. Yvonne als Wettfahrtleiterin übernahm den sportlichen Teil und erklärte noch einmal nützliche Details den Startern. Insgesamt gingen 52 Boote in den Bootsklassen Opti B, ILCA 6 und 7, 420iger und 49er an den Start. Die Mannschaften kamen von Vereinen rund um Leipzig, von den Lausitzer Seen und aus dem Vogtland.

Um 11 Uhr wurde die erste Bootsklasse gestartet. Es ging los mit den Optis. Von uns waren Vincent, Yann, Anton, Anna und Herman an der Startlinie. Als nächstes wurden die ILCA 6 in das Rennen geschickt: aus unserem Verein starteten Marvin, Thomas, Johanna und Steffen. Anschließend ging es bei den ILCA 7 und Martin los. Die vorletzte Startergruppe waren die 420iger mit 5 Booten von AOSY: Emily und Luisa, Frida und Ludwig, Annika und Theresa, Richard und Niklas und Hanna und Richard. Und zum Schluss starteten die 49er mit zwei Booten aus unserm Verein: Ina und Melissa sowie Kilian und Lukas.

Der Wind hielt am Sonnabend, und vier Wettfahren konnten zu Ende gefahren werden. Nachmittags freuten wir uns über ein reichgedecktes Kuchenbuffet. Ich hatte noch meine Premiere im Protestkomitee bei einer Protestverhandlung. Am Ende geht es bei unseren Regatten um nichts – aber alle lernen etwas hinzu.

Abends gab es noch ein vereinsübergreifendes Event: alle Kinder und Jugendlichen, die am Schladitzer See waren, spielten gemeinsam Volleyball. Die Erwachsenen trafen sich am Grill, um die wichtigsten Dinge des Tages zu besprechen 😉

Am Sonntag gab es dann noch ein Rennen. Das Wetter war wieder sehr schön und der Wind setzte pünktlich ein. Nur der bis dahin Erstplatzierte der ILCA 7 stand schon als Sieger fest und er war eh zu spät und brauchte sich keinen Stress mehr zu machen. Bei allen anderen Bootsklassen waren die Rennen noch offen. Bei den ILCA 6 und den 420iger war der letzte Lauf das „MatchRace“ zwischen den beiden bis dahin punktgleichen Erst- und Zweitplatzierten. Bei gutem Wind machte es wieder viel Spaß, auf dem Wasser zu sein.

Bei der Siegerehrung verteilte Bodo wieder Gummibärchen. – Diesmal an die Segler, welche als Erste aufgerufen wurden. Dies sollte ein kleiner Trost und Ansporn zugleich sein, sich bis zum nächsten Mal zu verbessern.

Bei den Optimisten waren alle bis auf Vinzent (17. Platz) im ersten Drittel des Feldes. Von insgesamt 20 Booten wurde Yann 6., Anton 5., Anna 3. und Herman 2. Den Sieger stellte wie in den letzten Jahren die Familie Chervenkow. Harry gewann seine erste Regatta.  Bei den ILCA 6 platzierten wir uns eher im zweiten Teil des Teilnehmerfeldes: Marvin, Thomas und Johanna wurden 10., 9. und 8. und Steffen wurde Fünfter. Bei den ILCA 7 wurde Martin Sechster. Die 420iger von AOSY verteilten sich über das gesamte Feld von 13 Booten: Emily und Luisa wurden 12., Frida und Ludwig wurden 9., Annika und Theresa wurden 8., Richard und Niklas wurden 5. und Hanna und Richard belegten zum Schluss den vierten Platz. Bei den 49er starteten drei Boote. Ina und Mellissa wurden 3. und Kilian und Lukas er segelten sich den zweiten Platz.

Insgesamt war der SchlabuCup wieder eine schöne Veranstaltung; gut organisiert von Bodo, souverän von Yvonne als Wettfahrleiterin durchgeführt und gut unterstützt von vielen helfenden Händen aus unserem Verein.

PS: (by Bodo) Bilder folgen ….

Hier schon mal die ersten Impressionen

Ostsee 2021

Und da war’s Nummer Vier, das vierte Mal führte die Reise gen Norden Richtung Ostsee. Am 7. August ging die wilde Reise los, wobei man muss für einen solchen Bericht weiter ausholen. Die Vorbereitungen liefen so ziemlich seit dem Ende des letzten Urlaubs und es stand fest, dass es an eine andere Stelle gehen soll, weil es nach drei Jahren etwas Abwechslung geben sollte. Die Debatte über ein mögliches Ziel ging von der Nordsee in Dänemark über den Bodensee bis nach Rügen.
Die Wahl fiel schlussendlich auf ein Haus in Wiek auf der Insel Rügen mit direkter Anbindung zum Bodden.
Die nächste Station auf dem Weg zum Urlaub und der Planung war eine Woche vor Start das gemeinsame Grillen und die letzte Besprechung bei Ritchie und Melissa. Für Eileen und mich, die wir das erste Mal dabei waren, war es erstaunlich zu sehen, was man alles organisieren muss und über was man sich so Gedanken macht.

Am Freitag vor unserer Abfahrt trafen wir uns alle bei den Unterkünften unserer jeweiligen Fahrer und aßen gemeinsam noch einen Döner, zumindest die, die einen bekommen hatten (Zwinker-Smiley). Vielen Dank für die köstliche Verpflegung im Hause Findeisen an dieser Stelle.
Die Nacht war dann um halb vier auch schon vorbei und nach kurzer Morgenroutine ging es ab in die Autos und es wurde sich als Konvoi auf dem ortsansässigen Discountergelände formiert. Von da aus ging es über die Autobahn Richtung Ostsee. Unterwegs hat der Konvoi Hanna eingesammelt. Und es ging auf die Insel. Wir sind alles in allem sehr gut durchgekommen trotz der für Bootsanhänger sehr ungünstigen Infrastruktur auf Rügen.

Um 12.00 Uhr begann dann die Hausbesetzung, naja eigentlich nicht, da noch die Reinigungskräfte ihrer Arbeit nach gingen. Also haben wir die Boote aufgebaut und schon auf dem Gelände postiert. Nachdem wir das Haus dann tatsächlich besetzen konnten, ist eine Gruppe einkaufen gegangen und die andere Gruppe hat begonnen sämtliche Gepäckstücke zu verteilen. Der Rest des Tages verging mit einem Volleyballspiel, soweit ich mich erinnere.  Ach und noch was, das Highlight für die Junggeblieben gab’s auch im netto: Dinokarten. Wie sehr man doch erwachsene Menschen mit so einem Zeug begeistern kann.

Am darauffolgenden Tag regnete es und es folgten ein paar Runden „Knack“ und einem Ründchen „Monopoly“, wobei wir das Ründchen „Monopoly“ nicht in voller Besetzung zu Ende spielen konnten, weil ein paar Leute los mussten, um Lucas und Ritchie zu retten, weil diese irgendwo an der Küste gelandet sind und nicht zurückgefunden haben.

Wo wir gerade beim Thema „ausgeschaltet“ sind, die Banera so wurde entdeckt: hatte im Mittelsteg ein großes Loch. Aber ganz dem Motto „wie helfe ich mir selbst – Hilfe zur Selbsthilfe“ waren nur gefühlte zwanzig Besuche beim Hafenmeister und dem ortsansässigen Baumarkt nötig, um das Loch mit Epoxidharz zu reparieren. (Lucas, so oft wie du in dem Baumarkt warst, hast du da eigentlich irgendwann eine Bocki mit Kaffee oder sowas bekommen?) An dieser Stelle ein Bild von hart arbeitenden Kerlen in einem Boot

 

Zu den Highlights der Woche:

Ein Feuer am Strand in der Feuerschale machen, gemeinsam zusammensitzen und dem Sonnenuntergang zusehen und die Zeit genießen, dafür hatten wir an dem dafür vorgesehenen Tag ungefähr zwanzig Minuten. Dann hatte es angefangen in Strömen zu regnen. Allgemein, geregnet hatte es dort oben relativ oft…. aber der Abend verlief trotzdem schön, neben einer Runde „Wer bin ich“ haben wir „Studenten activity“ gespielt. Und um zu beiden Spielen nochmal klar zu stellen: Akkuschlagbohrschrauber ist kein gemeines Wort und die Bundeswasserstraßenschifffahrtsverwaltung ebenso wenig und was kann ich dafür, wenn ihr das Wort „Generalstaatsverordnetenversammlungen“ nicht kennt. (ja ich musste auch erst googlen. Das tut aber jetzt nichts zur Sache.

Grillen ist immer schön, noch schöner wenn man seinen Vermieter einlädt und so etwas über Land und Leute erfährt. Und um das Versprechen einzulösen euch auf unserer Internetseite zu erwähnen, hier bitteschön: http://www.boddenstrand-ruegen.de/

Was muss man über den Urlaub noch erzählen?  Ah, Clara scheint das letzte Jahr in Schottland kaum Schlaf bekommen zu haben, weil von 14 Tagen Urlaub hat sie bestimmt 5 verschlafen.
Ich muss noch sagen, das wir die „banera“, den „Albatros“, den „Shinnano“, meinen Laser (Verzeihung meinen ILCA) und einen 49er mit hatten, ach und noch Kite-zeugs von Rene. Mit dem jeder, der wollte auch mal spielen konnte da die Gegend dafür sehr geeignet war. Allgemein hatten wir hervorragende Windverhältnisse die gesamte Zeit, so dass nahezu jeden Tag unterschiedlich zusammengesetzte Crews auf dem Wasser waren.
Ach und noch etwas, zur Halbzeit des Urlaubes ging es für den Großteil der Leute nach Stralsund, Hanna wegbringen und „Ozeaneum“ gucken … und irgendwas mit einem Griechen. Aber für uns Zurückgebliebene war es ein sehr erholsamer ruhiger Tag… Ne ohne Witz, das war ja so langweilig still in dem Haus. Das haste kaum ausgehalten.
Wo wir gerade bei Ausflügen sind, Ina, Tim und Marcel hat es zwischendurch mal nach Hiddensee verschlagen, damit sie auch mal dort waren.

Die zweite Woche verging eigentlich recht problemlos, wenn man einmal von einem (ich hoffe) geprellten Daumen absieht.  Ansonsten war am Freitag nur noch Abbauen angesagt und Armbänder binden oder sowas.  Tischtennis war auch noch ziemlich angesagt, fällt mir gerade ein.
Ja ansonsten:

Notiz für mich für nächstes Mal, nicht mehr sagen “ich hätte da ein Gericht, das kann ich kochen” denn dann muss man auch tatsächlich für alle kochen.
Ebenfalls Notiz für mich, Jogurt und Schoki zum Frühstück ist eine geile Kombi. In diesem Sinne: guten Hunger und bis demnächst.

Hier noch ein paar Impressionen: