5. Eisarschregatta

 

Dieses Jahr hatten wir wieder Glück. Der See war eisfrei und es war windig. Um genau zu sein: Es war ganz schön windig. Schon zum Wochenstart war für das kommende Wochenende ein Windstärke von 5-6 Beaufort und in Spitzen dann 8 Windstärken angesagt. Da diese Vorhersagen auch über die Woche nicht zurück genommen wurden, wuchs die Vorfreude auf den Sonntag nach Nikolaus bei unseren jungen Wilden und auch einigen nicht mehr so jungen mit jeden Tag.

Wind am Sonntag, den 9. Dezember 2018

Und so kam es dann auch. Beim Treffen um 10 Uhr am Schladitzer See waren sich alle noch nicht so einig, ob man es denn wagen sollte und ob es denn Sinn macht, den Kutter zu Wasser zu lassen. Die Zauderer konnten sich nicht durchsetzen und so war bald klar, dass der Kutter sowie zwei 420er und drei Optis aufs Wasser gehen. Der Kutter war schnell zu Wasser gelassen, aber das Spannende kam erst danach. Bei auflandigem Wind und nur bewaffnet mit zwei Rudern war die Sache etwas knifflig. Nachdem sich der Kutter vom Anhänger getrennt hatte, wurde er unweigerlich von Wind und Welle in Richtung Ufer gedrückt. Damit er nicht zum Spielball der Wellen am Ufer wird, musste ganz schnell die Fock ausgerollt und mit Hilfe von Ruder und Schwert auf den richtigen Kurs und weg von der gefährlichen Legerwall-Situation gegangen werden. Das war mindestens so spannend wie ein Sonntagabend-Tatort.

Für die 420er und die Optis wurde es auch spannend auf dem Wasser. Schon das Setzen der Segel und das Ablegen vom Ufer bei dem ordentlichen Wind und der Welle sind eine kleine Herausforderung. Die 420er hatten bestimmt viel Spass und waren super schnell zwischen den beiden Ufern des Sees auf Halbwindkurs und im Gleiten unterwegs. Bei diesen Bedingungen ist es aber auch ein immer ein Ritt auf Messers Schneide. Irgendwas geht dann doch mal kaputt und eine Kenterung lässt sich auch nicht immer vermeiden. Ein 420er büsste seine Fock ein und das Motorboot hatte gut mit Hilfestellungen zu tun.
Der Opti ist eigentlich ein gutmütiges und perfektes Anfängerboot. Aber bei so viel Wind und mit einem gewissen Übergewicht hat er auch seine Tücken. Man kommt schlecht durch die Wenden und sämtliches Wasser, welches den Weg erst mal ins Boot gefunden hat, findet ihn dann nicht mehr zurück. Es gibt kein Lenzventil und ohne Pütz wird das Boot nur immer schwerer und so kommt noch mehr Wasser ins Boot. Irgendwann sitzt man dann in einer wassergefüllten Badewanne im See und nichts geht mehr.

‚Land-unter‘ im Opti!

Für den Kutter ging es nachdem zusätzliche Passagiere am Steg aufgenommen waren, auch noch mal raus auf einen Schlag über den See. Dazu war wieder ein spannendes Manöver notwendig. Wieder musste gegen Wind abgelegt und durch schnelles Fahrtaufnehmen ein Malheur am Ufer vermieden werden. Es hat auch diesmal geklappt, allerdings sass das Schwert zwischenzeitlich schon auf Grund und musste ein bisschen gelüpft werden, damit es endlich raus aufs Wasser ging. Bei soviel Wind konnten wir gut auf das Groß des Kutters verzichten und waren nur mit Genua und Besan unterwegs. Das reichte vollkommen aus. Wenn eine Böen vorbeikam und so richtig in die Segel einstieg, dann neigte sich der gute alte Kutter ganz schön auf die Seite und das Wasser spritzte teils bis auf die auf der Kante sitzende Mannschaft. Der obere Teil vom vorderen Mast mit der Genua bog sich in diesen Momenten ziemlich unheilvoll in Richtung Bug. Glücklicherweise gab dann aber nicht der Mast sondern das Fockfall nach, welches im Vorstag geführt wird. Auf einmal hing die Genua also auf halb acht. Oh je! Ohne Vorsegel kommt man durch keine Wende. Zum Glück war mit dem Spinnakerfall schnell eine Alternative gefunden. So konnte es zurück ans Ufer gehen, wobei der Kutter beim Anlegen mit ordentlich Fahrt fast über den Steg hinausschoss.
Die anderen Boote trudelten auch langsam wieder am Ufer ein. Die Optis waren alle ordentlich mit Wasser gefüllt und wie man auf den Fotos sieht, damit verdammt schwer zu bewegen oder auch wieder leer zu bekommen. Für die armen, nassen und durchgefrorenen Segler gab es jetzt ein Highlight.  Bei AoS gibt es das nette Angebot nach so einer nassen und kalten Aktion in einen riesigen, mit heißem Wasser gefüllten Waschzuber zu springen oder gar in die Fasssauna sich wieder aufzuwärmen. Der Zuber wurde von unseren Leuten genutzt, die da mal schnell noch im Neopren reingesprungen sind. Eine super Sache!

Jetzt war es Zeit für den gemütlichen Teil. In der warmen Stube von All-on-Sea gab es ein mehr als reichliches Angebot an Glühwein, Wiener Würstchen  und vielen Leckereien wie z.B. die legendären Kräppelchen von Heike und vieles anderes. Da wie immer jeder ein bisschen mehr mitgebracht hatte, als er selber essen konnte, war die Auswahl übergroß. Mit netten Gesprächen in warmer Atmosphäre entsprach das ganz der vorweihnachtlichen Zeit. Die letzten noch verbliebenen Boote mussten noch schnell abgebaut und ins Winterlager gebracht werden. Danach ging ein schöner und ziemlich aufregender Sonntag langsam zu Ende. Ich denke, es war ein würdiger Abschluss der Saison mit einer ganzen Menge Adrenalin. Vielleicht hatte auch der eine oder andere Spaziergänger seine Freunde an den Verrückten auf dem Wasser?

Leider ist die Wassertemperatur nicht überliefert.

4. Eisarsch-Regatta

Die 4. Eisarsch-Regatta war ein voller Erfolg: Die 4 Glühweinflaschen, die ein ganzes Jahr in der Vereinshütte standen, haben endlich ihre Bestimmung gefunden. 😉 Bei ziemlich kalten Temperaturen von 1° Celsius haben wir uns am Sonntag, den 10. Dezember um 11 Uhr getroffen. Nach einem Gruppenfoto ging es los. Ein Großteil ging mit dem Kutter aufs Wasser und die Wagemutigen in den Opti und auf den 420er. So waren die Segel von drei Optis, zwei 420ern und dem Kutter bei reichlich Wind auf dem See zu sehen. Für ein Wettrennen war der Wind etwas zu stark. So wurden nur ein paar Schläge über den See gesegelt. Natürlich gab es auch Ausnahmen, die dann länger draußen waren und auch noch den Spi ziehen mussten. 😉 Mit dem Kutter waren wir bei dem Wind ziemlich schnell unterwegs. Beim Aufkreuzen legte er sich bei einfallenden Böen ganz schön auf die Seite. Mit einer Rauschefahrt ging es dann vor dem Wind über die gesamte Seelänge. Dabei wurden dank Martin schöne Seemannslieder angestimmt und gegen den Wind angesungen. Leider war nach der Wende auf der Kreuz gegenan kein Singen mehr möglich. Durch den Wind hatte sich eine Welle aufgebaut, die es teilweise über die Bordwand des Kutters schafften. So wurden die Blätter mit den Liedtexten doch zu sehr nass und da auch kleinere Kinder an Bord waren, ging es zurück an den Steg. Es war also ein relativ kurzes aber umso beeindruckenderes Vergnügen.

Da das wahrscheinlich der letzte Eintrag in diesem Jahr ist, möchte ich allen einen guten Rutsch in das Neue Jahr und eine schöne und windreiche Segelsaison 2018 wünschen!

2. Eisarschregatta

Das Wetter meint es dieses Jahr wirklich gut mit uns:

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Bei Windstärke 5 und 6 aber angenehmen Temperaturen nahe 10°C gab es zu Nikolaus die 2. Eisarschregatta. Leider gab es diese Jahr keinen Steg mehr, so dass sich An- und Ablegen schwieriger gestalteten. Auch das Motorboot musste erst mal aufgepumpt, zu Wasser gebracht und dann noch überredet werden, dass es noch nicht Zeit für den Winterschlaf ist. Nur langsam nahm der Motor wieder richtig Gas an und der erste Opti war schon gekentert, ehe das Motorboot so richtig warm gelaufen war. Eigentlich sollten 4 Wettfahrten in den Kategorien weibliche Jugend, Frauen, männliche Jugend und Männer starten. Die weibliche Jugend konnte noch wie geplant gestartet werden. Nach der ersten Kenterung und mit dem noch zunehmenden Wind kam der Plan dann etwas durcheinander. Bei den Frauen wollte es nur noch Alex wissen und hat sich als einzigste Frau aufs Wasser gewagt. Trotz der widrigen Bedingungen wurden gerade von den Jugendlichen die Wettfahrt bis zur Boje vor dem Hynaer Strand und zurück sehr gut gemeistert. Melissa hatte Pech mit ihrem Opti und musste mit einem vollgelaufenen Opti dank fehlenden Auftriebs geborgen werden. Es hat sich gezeigt, dass es auf das Material ankommt. Die Auftriebskörper im Opti werden doch mal gebraucht und sollten dann mit Luft gefüllt sein und diese halten. Bis zum Start in die neue Saison sollten wir alle kontrollieren und defekte ersetzen. Sehr spannend wurde es dann nochmal bei der letzten Wettfahrt. Der Wind hatte noch etwas aufgefrischt und die Wellen waren entsprechend höher. So hoch, dass ein Opti mit einem Erwachsenen an seine Leistungsgrenze kommt. Die Wellen stiegen über die Bordwand ins Boot ein und ließen es langsam volllaufen. Nur gut wer in diesem Falle eine Ösfass zur Hand hat oder es vom Motorboot gebracht bekommt (vorausgesetzt es wird einem zielsicher zugeworfen). Ich will nur sagen, dass ich mal 5 Ösfässer bestellt habe. Damit sollte wieder jeder Opti und 420er ein Ölfass haben und wenn sie angebunden sind, bleiben sie uns vielleicht eine Weile erhalten. 😉 Auf jeden Fall gab es noch zwei weitere vollgelaufene Boote aus diesem Grund. Vor allen Dingen unseren Mann mit der Nikolaus-Mütze hat es schwer getroffen. Wie das Foto beweist, musste er samt Boot abgeschleppt werden.

Eisarschregatta 2015

Lucas hat auch noch einen Stunt gezeigt. Auf Vorwindkurs zurück zum Ziellinie konnte er den Opti trotz maximalen Ausreitens auf dem Heck nicht mehr halten, so dass vorne eine Welle einsteigen konnte und das Boot einen Purzelbaum nach vorne schlug. Nachdem er wieder im Boot war, hat er beim Ausschöpfen erfolgreich den Wettkampf mit den immer wieder übersteigenden Wellen gewonnen. Von der Ferne sah des sehr lustig aus und erinnerte an den Strahl eines C-Rohrs der Feuerwehr. Aber schaut euch doch einfach selbst die Bilder an:

Nach soviel Aufregung kam eine Stärkung gerade recht. Vielen Dank an Anke und Daniel von AoS! Durch ihre Unterstützung konnten wir das Motorboot nutzen und in den Räumlichkeiten von AoS noch ein gemütliches Zusammensein hinten dranhängen.  Da gab es jetzt den obligatorischen Glühwein und Punsch sowie Bockwürste, Kräppelchen und andere Leckereien. Natürlich wurden auch die Sieger der Wettfahrten mit Urkunden und Preisen geehrt. Insgesamt war es ein sehr schöner Tag mit stellenweise herrlichen Sonnenschein, der das Material und uns fast an die Grenze gebracht hat, aber auch nicht so schnell vergessen wird. Und was blieb vom Tage sonst noch übrig?

Eisarschregatta 2015

ein Paar vergessene Gummistiefel

Aber das war es immer noch nicht für dieses Jahr. Wenn alles gut geht und wir noch ein Fahrzeug für das Slippen des Kutters finden, gibt es zu Silvester wieder das traditionelle Kuttersegeln. Dafür werden noch die Texte der beliebtesten Shantys gesucht. Ihr wisst schon: Wenn es zu kalt wird, dann werden die angestimmt.

1. Eisarschregatta

Eisarsch-Regatta 2014

 

Eine neue Tradition wurde geboren. Aus einer kleinen Schnapsidee einiger Eltern ist diese Regatta an der Schlabu zur eisigen Jahreszeit wahr geworden.

Wie durch ein Wunder standen schon 10:00 Uhr alle Optimisten aufgetakelt am Steg und das Begleitboot war auch schon zu Wasser gelassen.

Bei gefühlten -10 Grad aber das hielt Eltern und Kinder nicht davon ab diese Regatta durch zuführen. Alle waren wie Teddybären angezogen, getreu nach dem Spruch:

„Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung!“

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Drei Optiklassen standen heute an.

Als erstes die Kinder, danach die Mütter und zu guter Letzt die Väter, das ganze natürlich an die Wetterverhältnisse angepasst. So dass es eine Wettfahrt für jeden gab.

Und schon ging es los. Acht Kinder saßen in Ihren Optis, aber eins war das wichtigste es ging einfach nur darum Spaß zu haben und dabei zu sein.

Eine leichte Brise wehte und der Wendepunkt war kurz vor Haina.

Und schon ging es los.

Startlinie war diese mal am Steg, aufgrund der Wassertemperaturen.

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Die Kids kreuzten davon und als sie wieder zum Ziel kamen, sah man Ihnen die eisige Kälte schon im Gesicht an.

Vier Frauen wagten das Abenteuer und das Feld zog sich aufgrund der einzelnen Erfahrungen beim Segeln sehr auseinander. Aber auch die letzte der vier Frauen kam stolz ans Ziel.

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Nun waren die Männer dran, man glaubt es kaum wie klein so ein Opti ist mit Offshore-Kleidung.

Jeder versuchte seinen Körper irgendwie günstig in dieser kleinen Bootsklasse zu verteilen.

Bei mir rauschte die Spreet aus und das Segel brach zusammen. Nach langsamen vortasten, konnte ich die Spreet wieder setzen.

Leider hatte ich durch dieses Missgeschick schon zu viel Boden verloren.

Das Feld zog sich wie bei den Frauen weit auseinander und der letzte Nikolaus der das Ziel erreichte war ich.

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Egal wir hatten alle Spaß und es war ein gelungener Auftakt.

Zum Abschluss machten wir unsere alljährliche Weihnachtsfeier im neuen Seminarraum von ALL on SEA.

Die Siegerehrung durfte natürlich auch nicht fehlen und an dieser Stelle möchten wir einen großen Dank an Familie Möller für die kleinen Präsente noch sagen.

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Jeder hatte etwas an Speisen und Getränke mitgebracht und so konnten wir beim gemütlichen Zusammensein, den ereignisreichen Tag ausklingen lassen.

Und wie es mit Traditionen so ist, würden wir uns natürlich auf rege Anteilnahme zu unserer Eisarsch-Regatta 2015 freuen.

 

Euer ALL on SEA Youngsters e.V.

 

Ein Bericht von Heiko.

Vielen Dank.