5. Eisarschregatta

 

Dieses Jahr hatten wir wieder Glück. Der See war eisfrei und es war windig. Um genau zu sein: Es war ganz schön windig. Schon zum Wochenstart war für das kommende Wochenende ein Windstärke von 5-6 Beaufort und in Spitzen dann 8 Windstärken angesagt. Da diese Vorhersagen auch über die Woche nicht zurück genommen wurden, wuchs die Vorfreude auf den Sonntag nach Nikolaus bei unseren jungen Wilden und auch einigen nicht mehr so jungen mit jeden Tag.

Wind am Sonntag, den 9. Dezember 2018

Und so kam es dann auch. Beim Treffen um 10 Uhr am Schladitzer See waren sich alle noch nicht so einig, ob man es denn wagen sollte und ob es denn Sinn macht, den Kutter zu Wasser zu lassen. Die Zauderer konnten sich nicht durchsetzen und so war bald klar, dass der Kutter sowie zwei 420er und drei Optis aufs Wasser gehen. Der Kutter war schnell zu Wasser gelassen, aber das Spannende kam erst danach. Bei auflandigem Wind und nur bewaffnet mit zwei Rudern war die Sache etwas knifflig. Nachdem sich der Kutter vom Anhänger getrennt hatte, wurde er unweigerlich von Wind und Welle in Richtung Ufer gedrückt. Damit er nicht zum Spielball der Wellen am Ufer wird, musste ganz schnell die Fock ausgerollt und mit Hilfe von Ruder und Schwert auf den richtigen Kurs und weg von der gefährlichen Legerwall-Situation gegangen werden. Das war mindestens so spannend wie ein Sonntagabend-Tatort.

Für die 420er und die Optis wurde es auch spannend auf dem Wasser. Schon das Setzen der Segel und das Ablegen vom Ufer bei dem ordentlichen Wind und der Welle sind eine kleine Herausforderung. Die 420er hatten bestimmt viel Spass und waren super schnell zwischen den beiden Ufern des Sees auf Halbwindkurs und im Gleiten unterwegs. Bei diesen Bedingungen ist es aber auch ein immer ein Ritt auf Messers Schneide. Irgendwas geht dann doch mal kaputt und eine Kenterung lässt sich auch nicht immer vermeiden. Ein 420er büsste seine Fock ein und das Motorboot hatte gut mit Hilfestellungen zu tun.
Der Opti ist eigentlich ein gutmütiges und perfektes Anfängerboot. Aber bei so viel Wind und mit einem gewissen Übergewicht hat er auch seine Tücken. Man kommt schlecht durch die Wenden und sämtliches Wasser, welches den Weg erst mal ins Boot gefunden hat, findet ihn dann nicht mehr zurück. Es gibt kein Lenzventil und ohne Pütz wird das Boot nur immer schwerer und so kommt noch mehr Wasser ins Boot. Irgendwann sitzt man dann in einer wassergefüllten Badewanne im See und nichts geht mehr.

‚Land-unter‘ im Opti!

Für den Kutter ging es nachdem zusätzliche Passagiere am Steg aufgenommen waren, auch noch mal raus auf einen Schlag über den See. Dazu war wieder ein spannendes Manöver notwendig. Wieder musste gegen Wind abgelegt und durch schnelles Fahrtaufnehmen ein Malheur am Ufer vermieden werden. Es hat auch diesmal geklappt, allerdings sass das Schwert zwischenzeitlich schon auf Grund und musste ein bisschen gelüpft werden, damit es endlich raus aufs Wasser ging. Bei soviel Wind konnten wir gut auf das Groß des Kutters verzichten und waren nur mit Genua und Besan unterwegs. Das reichte vollkommen aus. Wenn eine Böen vorbeikam und so richtig in die Segel einstieg, dann neigte sich der gute alte Kutter ganz schön auf die Seite und das Wasser spritzte teils bis auf die auf der Kante sitzende Mannschaft. Der obere Teil vom vorderen Mast mit der Genua bog sich in diesen Momenten ziemlich unheilvoll in Richtung Bug. Glücklicherweise gab dann aber nicht der Mast sondern das Fockfall nach, welches im Vorstag geführt wird. Auf einmal hing die Genua also auf halb acht. Oh je! Ohne Vorsegel kommt man durch keine Wende. Zum Glück war mit dem Spinnakerfall schnell eine Alternative gefunden. So konnte es zurück ans Ufer gehen, wobei der Kutter beim Anlegen mit ordentlich Fahrt fast über den Steg hinausschoss.
Die anderen Boote trudelten auch langsam wieder am Ufer ein. Die Optis waren alle ordentlich mit Wasser gefüllt und wie man auf den Fotos sieht, damit verdammt schwer zu bewegen oder auch wieder leer zu bekommen. Für die armen, nassen und durchgefrorenen Segler gab es jetzt ein Highlight.  Bei AoS gibt es das nette Angebot nach so einer nassen und kalten Aktion in einen riesigen, mit heißem Wasser gefüllten Waschzuber zu springen oder gar in die Fasssauna sich wieder aufzuwärmen. Der Zuber wurde von unseren Leuten genutzt, die da mal schnell noch im Neopren reingesprungen sind. Eine super Sache!

Jetzt war es Zeit für den gemütlichen Teil. In der warmen Stube von All-on-Sea gab es ein mehr als reichliches Angebot an Glühwein, Wiener Würstchen  und vielen Leckereien wie z.B. die legendären Kräppelchen von Heike und vieles anderes. Da wie immer jeder ein bisschen mehr mitgebracht hatte, als er selber essen konnte, war die Auswahl übergroß. Mit netten Gesprächen in warmer Atmosphäre entsprach das ganz der vorweihnachtlichen Zeit. Die letzten noch verbliebenen Boote mussten noch schnell abgebaut und ins Winterlager gebracht werden. Danach ging ein schöner und ziemlich aufregender Sonntag langsam zu Ende. Ich denke, es war ein würdiger Abschluss der Saison mit einer ganzen Menge Adrenalin. Vielleicht hatte auch der eine oder andere Spaziergänger seine Freunde an den Verrückten auf dem Wasser?

Leider ist die Wassertemperatur nicht überliefert.

6. Kutterwanderung

Kutterwanderung vom 24. bis 28. Mai 2017

Wie es schon langsam Tradition ist, haben wir zu Himmelfahrt alle Boote und unsere Sachen zusammen gepackt und sind an ein unbekanntes Gewässer gefahren. In diesem Jahr ist die Wahl auf den Schwielochsee am Rande des Spreewaldes  gefallen. Ganz konkret sind wir auf dem Campingplatz Jessern untergekommen. Bis dahin hat es allerdings eine ganze Menge an Vorbereitungen gebraucht. Das Nummernschild für den neuen Doppelstocktrailer wurde am Montag erkämpft und am Mittwoch sollte es schon los gehen. Mit diesem Ausflug haben wir einen kleinen Rekord mit 45 Personen und  6 Bootsanhängern aufgestellt. Folgende Boote waren diesmal mit dabei: unser ZK10-Kutter, sechs 420er, ein 49er, ein Laser sowie ein Schlauchboot und vier Optimisten. Nach dem Booteladen am vorhergehenden Sonntag ging es im Laufe des Mittwochs los. Erstaunlicherweise war die Anfahrt über die B87 (163km/2,5h laut Google) ganz unkompliziert. Im Gegensatz zu anderen Himmelfahrt-Ausflügen über die Autobahn gab es auch bei der Rückreise keinen Stau und die Strecke ließ sich gut mit den Anhängern fahren. Am Schwielochsee wurden wir dann von Herrn Buchta als Chef des Zeltplatzes empfangen und der Kutter und das Schlauchboot wurden von seinen Leuten routiniert ins Wasser gebracht. Das und auch das Slippen aus dem Wasser hat gut geklappt. Vielen Dank nach Jessern! Auf dem Zeltplatz hatten wir eine größere Fläche gleich links hinter dem Eingang für uns. Hier standen 3 Campinganhänger für uns bereit und um diese herum gruppierten sich dann die Zelte und Wohnmobile. Etwas weiter weg wurden auch noch zwei weitere gemietete Wohnwagen und ein Mobile Home genutzt. Nach dem Aufbauen der meisten Boote und dem sonstigen Einrichten auf dem Zeltplatz sassen alle noch in einer Runde bei einem Glas Wein zusammen. Allerdings wurde es schnell ziemlich kalt. Insgesamt hat das Wetter aber gut mitgespielt und sich nach einem kälteren Start zu immer wärmeren Werten und mehr Sonnenschein gesteigert.

Donnerstag, 1. Tag

Der erste Tag begann mit der Erkundung des Kleinen Schwielochsees. Die 420er, der 49er und der Kutter wurden bei einer angenehmen Windstärke 2-3 zur Erkundung ausgeschickt. Als es gerade anfing Spaß zu machen und der 49er mit Spi zum ersten Mal richtig Fahrt aufnahm, wurde der Tag durch ein lautes Krachen im Mast und durch ein danach herabhängendes Mastoberteil jäh eingetrübt. Der obere Teil des Mastes ist beim 49er aus Karbon gefertigt. Der schöne Gewichtsvorteil, den man damit hat, zeigt sich von seiner unschönen Seite, wenn er wie ein Streichholz und ohne Vorwarnung wegbricht. Leider war damit der 49er außer Gefecht gesetzt. Mit Motorbootunterstützung wurde das Boot an den Strand gebracht und die Segel geborgen. (Durch großes Engagement gibt es inzwischen aber schon einen neuen alten Mast und damit kann die Segelsaison für den 49er weitergehen).
Am Nachmittag waren alle Boote komplett. Die Optimisten kamen im Transporter etwas später und waren dann schnell aufgebaut. Jetzt konnte das Training für unsere Opti-Kinder Yann, Louis, Florian und Charly starten. Auch das ist ein kleines Novum. Wir haben diesmal die Optis mitgenommen, um auch für die Jüngsten diesen Ausflug zu einem tollen Erlebnis und kleinem Trainingslager zu machen. Während die Optimisten auf dem Kleinen Schwielochsee ihr Training absolvierten, machten die anderen Bootsklassen schon eine Erkundungsfahrt durch den Kanal vom Kleinen in den Großen Schwielochsee. Dieser ist lang gestreckt und an einigen Stellen ziemlich flach. Die ersten Grundberührungen mit dem Schwert wurden schnell beim Kutter gemacht, und die Erkenntnis, dem Tonnenstrich zu folgen, stellte sich bald ein. Nachdem die großen Boote sicher vertäut und die kleinen an Land abgestellt waren und alle mehr oder minder geschafft auf dem Zeltplatz wieder eintrudelten, wurde der neue Grill von Bodo (Vielen Dank!) angeschmissen und deftig gegrillt. Eine kleine Tradition besteht auch darin, dass die Jugendlichen nach dem Abendbrot noch mal einen kleinen Ausflug machen und gemeinsam Chillen. In diesem Jahr wurde dabei Kontakt zu den 420er-Seglern beim Segelverein um die Ecke aufgenommen, die sich ebenfalls im Trainingslager befanden. Ansonsten hat sich der Kutter wohl zum Chillen ganz gut bewährt.

Freitag, 2. Tag

Wir haben an allen Tagen den Brötchen-Service auf dem Zeltplatz genossen. Nach der Bestellung am Abend gab es jeden Morgen leckere frische Brötchen. Damit war das Frühstück gesichert. Für die Opti-Kinder gab es dann zwischen 9 und 10 Uhr schon eine Trainingseinheit. Vielen Dank an Sylvio und Lucas, deren Frühstück als Trainer entsprechend kürzer ausfiel. Irgendwann nach 10 Uhr brach dann die kleine Armada in Richtung Norden auf. Nach dem kleinen Kanal und vorbei an einer Insel öffnet sich der See und wird wesentlich breiter. Der Wind der beim Start mit 2-3 Beaufort blies, legte auf dem großen und offenen Schwielochsee auf 4 Beaufort zu. Damit war der Spaß für die 420er gesichert und auch der Kutter kam langsam richtig in Fahrt. Zur Freude der Passagiere nahm die Krängung immer weiter zu, und der Gewichtstrimm musste angepasst werden. Aber die wirklichen Helden waren unsere Optimisten. Etwas abgeschlagen durch das langsamere Vorwärtskommen fanden sie sich bei zunehmender Wellenhöhe und stärkeren Wind langsam mitten auf dem großen See wieder. Mit der Unterstützung durch das Motorboot wurden aber alle beieinander gehalten und die Situation gemeinsam gemeistert. Eine Pause und Stärkung war da schon fast in Sicht.
Irgendwie wird man ja von Jahr zu Jahr besser. Und dieses Jahr waren wir gut vorbereitet, da Martin mit seiner Familie das Revier im letzten Herbsturlaub bereits getestet hatte. So konnten wir uns auf die gemachten Erfahrungen verlassen und als weitere Neuerung in diesem Jahr wurde zum ersten Mal eine Mittagspause vorab telefonisch mit einer Gaststätte vereinbart. Damit es mit dem Anlegen klappt, wurden vorab die Steganlagen besichtigt und sogar die Bestellung schon am Abend vorher klar gemacht. So hatten die Optimisten mit der Yachtklause Zaue ein klares Ziel vor den Augen und die größeren Boote mussten wieder ein Stück zurück segeln, um dort einzukehren. Mit gegenseitiger Unterstützung waren die Boote schnell am Steg festgemacht und die kleineren auf einer Wiese vor der Klause abgelegt. Der Wirt der Yachtklasse hatte die Bierzeltgarnituren von Himmelfahrt einfach stehengelassen und so konnten wir bei besten Wetter direkt vor der Klause sitzend uns stärken. Nach dieser schönen Pause fiel das Aufbrechen nach dem Mittag schon ein bisschen schwer. Letztendlich sind aber alle wieder gestartet und bei nachlassendem Wind ging es zurück in den Kleinen Schwielochsee. Dort hatten wir es uns für diesen Abend einfach gemacht und Gulasch- bzw. Erbsensuppe beim Zeltplatz geordert. So war für das Abendessen gesorgt und genügend Zeit für ein weiteres Highlight. Martin hatte sich vorbereitet und ausgerüstet mit Beamer und Leinwand, hat er uns eine schöne Diashow von der Atlantiküberquerung gemeinsam mit Sylvio gezeigt. Das war eine tolle Sache. Alle saßen um die Leinwand herum und folgten bei zunehmender Dunkelheit den Worten und Bildern von Martin, der sehr schön das Erlebnis Atlantik und die Farbe blau in allen Schattierungen beschrieben und damit das Fernweh bei vielen angestachelt hat.
Leider hatten wir an diesem Wochenende etwas Konkurrenz durch das Depeche Mode Konzert in Leipzig. Dadurch mussten wir uns von einigen schon an diesem Abend bzw. am nächsten Morgen verabschieden.

Sonnabend, 3. Tag

Nach Frühstück und Opti-Training ging es auf, den Schwielochsee in seiner ganzen Länge zu erkunden bzw. abzusegeln. Diesmal hatten wir die Latte etwas höher gelegt und am Abend vorher die Mittagspause mit dem Gasthof Schur in Leißnitz am anderen Ende des Sees vereinbart. Das sind stolze 12km wenn man den günstigsten Kurs mit Google ausmisst. Leider hatten wir jetzt, da wir es gut gebrauchen konnten, nicht so viel Glück mit dem Wind. Mit nur leichten Winden starteten wir und hangelten uns über große Teile von einem zum nächsten Windfeld, welche sich durch kräuselnde Wellen auf der sonst glatten Seeoberfläche ausmachen ließen. Wo es gar nicht mehr vorwärts ging, wurde ein kleiner Schleppverband hinter dem Kutter oder dem Schlauchboot gebildet, um mit Motorkraft vorwärts zu kommen. Martin schaffte es mit seinem Laser auf Hin- und Rückfahrt jeweils der Erste zu sein und damit sogar die schnellen 420er abzuhängen. Hut ab! Die 420er waren allerdings auch ein bisschen gehandicapt, da die Opti-Kinder und die 49er-Besatzung zusätzlich auf die Boote verteilt waren und so in jedem Boot 3 Mann saßen. Das war eine lange Etappe und der vereinbarte Mittagstisch musste schnell per Telefon von 13 auf 14 Uhr verschoben werden. Leißnitz liegt ganz im letzten Zipfel des Sees, dort wo die Spree den Schwielochsee wieder verlässt und Richtung Berlin weiter fließt. Nachdem sicher war, dass das Ziel erreicht war (vom Wasser sieht es ganz anders aus) und der Kutter seinen Liegeplatz an zwei alten Dalben gefunden hatte, ging es schnellen Schrittes zum Gasthof Schur. Dort wurden wir von den Wirten im Saal mit Hamburger Schnitzel und Nudeln mit Tomatensoße verköstigt. Es tat sehr gut, sich nach der vielen Sonne im Schatten und der Kühle eines Gebäudes zu stärken. Leider schritt die Zeit viel zu schnell voran und der lange Rückweg musste noch in Angriff genommen werden. Schnell und mit gegenseitiger Hilfe wurden die Boote wieder ins Wasser getragen und dann ging es zurück Richtung Süden. Leider gab es keine Veränderungen beim Wind und so wurde es wieder eine etwas zähe Angelegenheit. Die Wasserschutzpolizei machte die Sache noch etwas spannend, indem sie sich an eine der Engstellen im See postierte und nun alle Boote unter dem strengen Auge des Gesetzes in der Fahrrinne zwischen den Tonne bei reichlich Verkehr aufkreuzen mussten. Nach dieser Engstelle ging es mit wechselnden Windverhältnissen vorwärts. Wenn es gar nicht mehr ging und der Schleppverband mit Motor gerade gebildet war, kam doch noch eine Brise auf und es ging segelnd weiter. Auf dem Kutter gab es später noch die Möglichkeit den Spi zu ziehen und damit die leichten Winde besser zu nutzen und schöne Fotos zu machen. So trudelten alle, von den Stunden auf Wasser und der vielen Sonne geschafft, nacheinander wieder am Ausgangspunkt ein. Da es der letzte Abend vor der Abreise war, ging es gleich an den Abbau der Boote. Der Kutter und das Schlauchboot waren schnell wieder aus dem Wasser. Die 420er und der 49er wurden von den Jugendlichen abgebaut und komplett selbst verladen. Das hat sehr gut geklappt. Nachdem wir erst kurz vor 19 Uhr angelegt hatten, konnte wir uns ca. 1,5 h Stunden später schon um den Grill drängen. Die Frauen hatten diesmal das Grillen übernommen und ein tolles Abendbrot vorbereitet.

Sonntag, Abreisetag

Am nächsten Tag wurden dann die Zelte abgebrochen, die Bootsanhänger an die Autos gehängt und ab ging es zurück nach Leipzig.  Am See angekommen stießen wieder viele fleißige Hände dazu, so dass die Boote sehr schnell wieder abgeladen und aufgebaut waren. Sogar das Schlauchboot war mit der hinzu gewonnenen Übung schnell wieder im Wasser. Ein großes Dankeschön an Thorsten und Torsten für das Ziehen des Kutters als unseren dicksten Brocken und das Slippen des Schlauchbootes. Und überhaupt war der Ausflug nur möglich, weil so viele Hände angefasst haben und an einem Strick gezogen haben. Ich möchte Danke sagen für den Motor von Thomas, die Party-Zelte und den Opti-Transport von Heiko, die vielen vorbereitenden Arbeitsstunden von Sylvio und Bodo, das leckere mitgebrachte Essen von den Frauen und vieles mehr, was mir gerade vielleicht nicht einfällt.
Jetzt stellt sich nur noch eine Frage: Wo geht es nächstes Jahr hin? Im Gespräch waren schon der Scharmützelsee etwas nördlich vom Schwielochsee, der Geiseltalsee bei Merseburg, der Plauer/Breitlingsee bei Brandenburg oder der große Wannsee in Berlin? Was sind eure Vorschläge?

5. All-on-SEA-Youngsters Kutterwanderung

Das Steinhuder Meer ist es nicht geworden, da der Wunsch nach beheizbaren Übernachtungen bei den älteren Teilnehmern doch ausgeprägt war. So sind wir dieses Jahr kurzentschlossen wieder in Richtung Berlin gefahren und am Krossinsee gelandet.

himmelfahrt2016Damit haben wir an 2013 angeschlossen, wo wir schon mal auf der Dahme bzw. dem Langen See und damit nur eine Brückendurchfahrt weiter nördlich unterwegs waren. Dieses Jahr waren wir auf dem Krossinsee und dem Zeuthener See, wie die Dahme dort heißt, unterwegs. Mit dem Campingplatz Krossinsee 1930 haben wir eine gute Ausgangsbasis mit Slipmöglichkeit für den Kutter, Zelt- und Wohnwagenstellmöglichkeit und beheizbaren Bungalows für die älteren Jahrgänge gefunden. Besonders in der ersten noch sehr kalten Nacht war die Heizung in den Bungalows doch sehr willkommen. Da der Wettergott aber mit uns war, wurde es von Tag zu Tag immer schöner und wärmer. Dadurch war es auch für unsere 420er Crews in den Zelten immer besser auszuhalten. Insgesamt waren sechs 420er mit folgenden – auch wechselnden – Besatzungen diesmal dabei:

  • Lucas und Tom und Carli
  • Niklas und Richy
  • Bianca und Johanna
  • Clara und Hanna und Claire
  • Melissa und Cheyenne und Paul
  • Richard und Felix

Zu Himmelfahrt ging es dann nach der üblichen längeren Anlaufphase durch den Aufbau der Boote und dem Zögern vor dem ersten Auslaufen endlich los. Mit wenig Wind ging es den Krossinsee hinunter über den Großen Zug in den Zeuthener See. Bei herrlichem Sonnenschein streikte der Wind stellenweise total, und so musste mehrmals ein Schleppverband gebildet und wieder aufgelöst werden. Im Zeuthener See hatten wir dann eine Begegnung mit der Wasserschutzpolizei, die sich dort auf der Suche nach den Regelverstößen an diesem ‚Männertag‘ positioniert hatte. Leider wurden wir dieses Mal auch angezählt und verwarnt. Obwohl wir schon mehrmals auf echten Wasserstraßen abseits von unserem Schladitzer See unterwegs waren, hatte sich noch niemand daran gestoßen bzw. daran gedacht, dass es eine Pflicht zur Kennzeichnung von Kleinfahrzeugen auf den Binnenschifffahrtsstraßen (ein Wort mit 3 x ‚f‘ hintereinander!) gibt. Jetzt wissen wir es und haben den Wissenszuwachs mit einer Verwarnung in Höhe von 55€ bezahlt.

Ein Kennzeichen ist beantragt. Diese Lektion haben wir gelernt! Ansonsten war es ein ziemlich ruhiger Tag auf dem Wasser, der eine gewisse Tendenz zum Faulenzen auf den Booten mit sich brachte. In Zeuthen haben wir nach dem Schreck mit der Wasserschutzpolizei bei der Segelgemeinschaft Zeuthen festgemacht (Vielen Dank!) und waren beim Bäcker Dreißig ein Eis essen. Zurück ging es dann wieder mit wenig Wind und teilweise mit Motorkraft.

Über den zweiten Tag kann ich nicht viel sagen, da ich da leider arbeiten musste. Mit zunehmendem Wind wurde der gesamte Zeuthener See bis hoch nach Schmöckwitz erkundet und beim Cafe Schulz eingekehrt. Das war von dem Massenansturm so überrascht, dass dann auch noch das Backstübchen Zeuthen ausprobiert wurde.

Am Sonnabend war durch den stärkeren Wind der Weg bis zum Zeuthener See viel kürzer. Der Kutter hatte Schwierigkeiten den schnellen 420ern zu folgen. Diesmal wurde beim Zeuthener Yachtclub angelegt (auch hier Vielen Dank!) und dann wieder im Backstübchen Zeuthen eingekehrt. Dabei hatten einige 420er Crews das Bergen der Vorsegel vergessen und bei dem Versuch, das auf die Schnelle zu richten, bin ich halb baden gegangen ;-). Das hätte dem Tag fast trotz Sonnenscheins und vor allem wegen des Handy in der Hose einen bitteren Beigeschmack gegeben. So konnte ich schnell auf eine trockene Hose ausweichen und  weiter ging es. Auf der Heimfahrt hatten wir dann noch einen Gast aus Zeuthen an Bord, dem einiges geboten wurde. Mit dem zunehmenden Wind über die letzten drei Tage wurde den Leuten auf den 420ern immer mehr abverlangt. Mit starken Böen und drehenden Winden war öfter schnelles Reagieren und viel Rein/Raus beim Vorschoter gefragt. Leider gab es auch eine Kenterung an diesem Tag, bei dem mangelnde Sorgfalt mit Materialverlust bestraft wurde. Relativ kurz nach dem Ablegen ist unser roter Orkan durchgekentert und dabei ist das Ruder verloren gegangen. Es ist wirklich eine blöde Konstruktion an diesem 420er und dieser Sprengring lädt einfach dazu ein, vergessen zu werden. Auf jeden Fall war es damit mit dem Segeln vorbei, und der Orkan musste längsseits genommen werden. Ich habe dabei etwas über Festmacherleinen gelernt. Mit Hilfe einer Spring kann man ein Boot längsseits nehmen und dann im Verband auch ohne Ruderwirkung auf dem 420er fahren. Nach der Ankunft am Zeltplatz wurde die fehlende Segelzeit schnell noch bei einem Schlag mit dem Kutter und bei altersgemischten Besatzungen auf den 420ern nachgeholt.

Natürlich gäbe es noch vieles zu berichten über das gemeinsame Grillen, das Chillen im Kutter bis weit nach Mitternacht oder den Stress im Stau bei der Heimfahrt. Fest steht: Es hat wieder richtig Spaß gemacht! Ich hoffe, wir bleiben bei der Tradition und starten 2017 zu unserer 6. Kutterwanderung. Ich freue mich darauf.

Silvestersegeln 2014

Es hat auch dieses Jahr wieder stattgefunden! Ja, wir haben den Kutter wieder ins Wasser gebracht und sind ein paar schöne Schläge auf dem Schladitzer See gesegelt. Leider meinte es das Wetter dieses Mal  nicht so richtig gut mit uns. Die Rampe für das Abslippen des Kutters war noch mit altem Schnee bedeckt und musste erst einmal geräumt werden. Ein Dankeschön an Marcel von AoS für das kurzfristigen Schneeräumen. Ansonsten wird man ja von Jahr zu Jahr besser. Das Ab- und Aufslippen des Kutters klappte dieses Jahr hervorragend. Der Kutter war nach kürzester Zeit auch ohne Aussenboarder im Wasser und ab ging es zum Steg, um die Mannschaft vollzählig zu machen.

ein Teil der Mannschaft am Steg

ein Teil der Mannschaft am Steg

die Expedition kann starten

die Expedition kann starten

Zusätzlich kam natürlich noch Verpflegung in Form von Weihnachtsplätzchen und warmen bzw. wärmenden Getränken an Board. Nach dem Ablegen mussten wir erst einmal Richtung Hayna aufkreuzen. Die fehlende Fock stellte sich dabei und später noch viel mehr als echtes Handicap heraus. So ein Kutter lässt sich schon mit einer Fock nicht so dicht am Wind segeln, aber ohne wird die Sache noch schwieriger. Es war also ein großer Unterschied zu dem Raumschotskurs auf den wir am Biedermeierstrand wechseln konnten. Hier konnte endlich der Spinnaker hochgezogen werden und in Rauschefahrt geht es zurück Richtung Steg.

dick eingemummelt

dick eingemummelt

Für die Meisten ging es danach nochmal weiter unter Spinnaker bis an die Nordspitze des Sees.

der Spinnaker steht

der Spinnaker steht

 

Und nun kam das große Erwachen: Der Weg zurück ist ja viel länger, wenn man Aufkreuzen muss. Der einsetzende Nieselregen machte die Sache nicht angenehmer und aus den tatsächlichen 3° C wurden schnell gefühlte -3°C oder weniger. Zu guter Letzt kamen dann die Stechpaddel zum Einsatz, um den rettenden Steg zu erreichen. Besonders Heike und Martin haben an diesem Tag richtig viel Einsatz gezeigt: Heike hat ihren Eierstich einfach im Backofen allein gelassen und ist mit aufs Wasser gekommen. Martin hat uns mit stimmungsvollen Shantys (Hullabaloobalay! https://www.youtube.com/watch?v=VBws56azzrU) auf dem Wasser überrascht/unterhalten und das obwohl er am Schluss ziemlich erfroren war und vielleicht lieber eine Schicht mehr angezogen hätte. Für die, die nicht so textsicher sind – also für mich, sollte es im nächsten Jahr vielleicht einen Spickzettel geben. Dann können alle mitsingen und dem Wetter auf diese Weise trotzen.

 

 

es wird kalt und nass

es wird kalt und nass

durchgefroren, aber lustig

durchgefroren, aber lustig

Jetzt gab es jetzt endlich in der Vereinshütte etwas als Stärkung zu essen. Vielen Dank an Mandy und Heiko für die Würstchen und den riesigen Pott mit leckerem Kartoffelsalat. Eine kleine Crew musste den Kutter wieder aufs Trockene bringen. Und das hat wirklich traumhaft geklappt. Also Anlegen unter Segeln ist ja schon schwierig, aber unter Segeln und mit nur einem Versuch auf den Sliptrailer zu fahren, ist ja noch eine Stufe härter. Es hat perfekt geklappt und wir waren nach kurzer Zeit fertig. Ein großes Dankeschön an Bodo für das Zugfahrzeug mit Allradantrieb. Ohne das geht es nicht bzw. gibt es kein Silvestersegeln. Jetzt gab es auch für den Rest noch etwas zu Essen und dann wurde der Kutter wieder in seine Scheune gebracht. Spätestens zu Himmelfahrt kommt er dann wieder ins (Müritz-)Wasser. Ich denke, darauf freuen sich schon so einige.

Und was haben wir gelernt: Mit Spinnaker und raumschots ist super, aber die Fock sollte unbedingt dabei sein und in Ehren gehalten werden!

3. All-on-SEA-Youngsters Kutterwanderung

Ein vielleicht nicht ganz ernster Bericht von Bianca und Johanna.

Aber daran können wir sehen dass es Spaß gemacht hat.

 

 

Über die Müritz!!!

Erlebnisse an/auf der Mütitz

Jeden Abend haben wir versucht den „Hobbit“ zu schauen, jedoch ist Bianca immer nach 10 Minuten eingeschlafen.

Wir wurden „gezwungen“ unser Boot zur Anlegestelle zu fahren während es Frühstück gab. Nach unserer Rückkehr gab es Stress: „Warum seid ihr zu spät zum Frühstück!? Anschließend gab es allseitige Verwirrungen von Thomas: „Ich bin das M………., pscht.“

Als wir über die Müritz fuhren, wunderten wir uns, warum der Kutter mitten im See stehen blieb und Hanni meinte: „Die warten bestimmt auf uns.“

Ein paar Minuten später erfuhren wir den wahren Grund für das stehen bleiben. Denn wir steckten an der selben Stelle mit dem Schwert im Boden.

Kurz davor wurden wir fast von einer Fähre überfahren, auf der viele winkende Menschen standen.

Nach einer vierstündigen Überquerung der Müritz konnten wir weder Finger noch Zehen spüren, geschweige denn Bewegen.

Es war wundervoll, Himmelfahrt 2015 wollen wir wieder an die Müritz.

Ein Reisebericht von Bianca Scharf und Johanna Gärlich