12. Schlabu Cup am Schladitzer See

Am 21. und 22.9.19 lud unser Verein zum 12. Schlabu Cup ein. Diesmal war die Organisation eine größere Herausforderung als in den letzten Jahren, weil wir den Termin im Sommer um eine Woche verschieben mussten. Die Regatta lag plötzlich zeitgleich mit der Mitteldeutschen Meisterschaft, die erst im Sommer aus der Taufe gehoben wurde. Alles was bis dahin abgesprochen und organisiert war, war damit hinfällig und Bodo musste wieder von vorn beginnen.

Ausgeschrieben waren bei dem Schlabu Cup für die Bootsklassen Optimist, Open Skiff, Laser Radial, 420iger, Ixylon und die 49er. Bis auf den Open Skiff war AOSY bei allen Bootsklassen zahlreich vertreten.

Bei sonnigem Spätsommer-Wetter aber leider wenig Wind wurden am Sonnabend um 11Uhr die ersten Bootsklassen gestartet. Bis zur Mittagspause an Land segelten alle Bootsklassen ein bis zwei Wettfahrten. Die Mittagspause machte nicht nur die Segler müde; auch der Wind schlief ein. Kaffeetrinken mit selbst gebackenen Kuchen war eine Lösung für den Wettfahrt-freien Nachmittag, man konnte aber auch schwimmen oder baden gehen, die Kinder nutzten die Boote als Badeinseln, probierten mal ein größeres Boot aus oder tauchten in den Wasser Fun Park ab.

Nachdem dann alle von so viel Wassersport doch geschafft waren, trafen wir uns zum Grillen und am gut gefüllten Salatbuffet.

Am Sonntag sollte es dann eine Stunde früher als geplant losgehen. Um acht Uhr waren die meisten da und die Boote schnell aufgebaut; der See aber war spiegelglatt. Also wurde der Start wieder verschoben. Glücklicherweise setzte der Wind dann gegen 10 Uhr ein und die Wettfahren konnten gestartet werden. Zum Schluss hatten alle Bootsklassen fünf bis sechs Wettfahrten absolviert.

Zurück an Land gab es erst einmal Mittag. Anschließend wurden zwei Protestverhandlungen geführt. Um 16 Uhr begann dann die Siegerehrung, bei der es bei AOSY ausschließlich erfolgreiche Teilnehmer gab: Bei den Optis wurden Emily 15., Louisa 13., Louis 8., Yann 6. und Herman 5. Bei den 420igern erreichten Tonja und Frida den 9.Platz, Melissa und Ina den 8. Platz, Theresa und Anika den 6. Platz und Niklas und Richard belegten den 5. Platz. Bei den 49er’n erreichte Lucas und Carl den zweiten Platz.
Bei den Lasern belegt Dagmar den 13. Platz, Stephan den 10., Johanna den 9., Marvin den 8. und Steffen den 5. Platz.
Bei den Ixylon wurden Ralph und Ramona Vierter und Thomas und Elisabeth Zweiter.

Zum Schluss noch einen großen Dank an alle, die bei dem Schlabu Cup mitgeholfen haben und von Sonnabend früh bis Sonntagnachmittag bei den vielen unterschiedlichen Aufgaben von der Anmeldung, dem Tonnen legen, der Wettfahrtdurchführung, der Organisation und der Ausgabe von dem Essen bis hin zum Ausdrucken und Schreiben der Urkunden und dem Abbau nach der Veranstaltung usw. tatkräftig mitgeholfen haben. Wenn man weiß, auf wie wenig Schultern das alles verteilt war, weiß man, wie effizient der Schlabu Cup durchgeführt und organisiert war.

Ich selbst habe ja inzwischen viele Kontakte zu Seglern und mir wurde schon mehrfach gesagt, dass der Schlabu Cup als eine sehr schöne Regatta mit einer angenehmen Atmosphäre empfunden wird. 🙂

 

Danke an Steffen

Weitere Bilde findet Ihr in unserer Gallarie

Expovita 2019

Am 30.8 und 1.9. trafen sich Yann, Louis und Herman mit ihren Opti’s, Cheyenne und Felix mit ihrem 420iger und Niklas, Marvin, Martin, Bodo und Steffen mit den Laser‘n um bei der Expovita am Kulkwitzer See für AOSY ein Rennen zu fahren.  Bei der Expovita wurden außerdem noch die Bootsklassen O‘pen SkiFF und 29´er sowie Boote nach Yardstick gestartet.

Der Wetterbericht hatte freundliches Sommerwetter vorausgesagt; am Sonnabend mit wenig Wind und am Sonntag mit etwas mehr Wind, dafür aber nicht mehr ganz so freundlich.

Und das passte auch ganz gut. Nach der Eröffnung am Sonnabend um 10 Uhr war der erste Start um 12 Uhr geplant. Gegen 11 Uhr setzte auch der Wind ein … und hörte immer mal wieder auf. Nachdem er sich dann eingependelt hatte, wurden etwas später die ersten Bootsklassen auf die Bahn geschickt. Bei den wechselnden und drehenden Winden gehörte auch etwas Glück zum Tagesprogramm. Die Opti´s, Laser, 420iger, O‘pen SkiFF und die Laser konnten drei Wettfahrten beenden; die 29’er fünf.

Nach den Wettfahrten waren dann wohl erstmal alle baden, um sich abzukühlen. Da die Expovita eine recht gut besuchte Regatta ist, konnte man anschließend die Protagonisten aus dem Vogtland, Dresden, Partwitz, Sachen-Anhalt und Thüringen treffen. Einige kamen auch aus anderen Bundesländern; sogar ein Segler aus Passau war dabei.

Sonntag sollte der erste Start um 9 Uhr sein. Das schaffte aber nicht einmal das Startschiff. Nachdem die Bahn das erste Mal ausgelegt war, drehte der Wind schrittweise nach Norden; so dass die Tonnenleger zweimal die Bahn neu auslegen mussten. Dann ging es aber los und zwei Wettfahrten konnten gesegelt werden. Da der Wind weiter drehte, waren die Kreuzkurse Anliegerkurse und es musste bzw. konnte nicht wirklich gekreuzt werden.

Um 15.00 Uhr war dann die Siegerehrung. Geehrt wurden zuerst alle, die bei der Regatta mitgeholfen hatten: beim Organisieren, in der Küche, beim Tonnenlegen, bei den Urkunden und beim Photographieren. Als erste Bootsklasse wurden die Opti´s nach vorn gerufen: Herman freute sich über einen 6. Platz, Yann über den 18. Platz und Louis über den 19. Platz. Cheyenne und Felix ersegelten sich bei den 420igern einen 16. Platz und auch alle Laser Segler erreichten gute Platzierungen: Steffen wurde 9., Martin 10., Niklas 14, Marvin 15. und Bodo ersegelte sich den 17. Platz.

 

 

vielen Dank an Steffen

Ergebnisse Yardstick Club Regatta 2019

Wir haben uns mal kurz überlegt, eine Yardstick Regatta zur Einstimmung auf die Expovita und den SchlabuCup durchzuführen. Bei schönen Wetter und wenig Wind sind Optis, Laser Radial, RS Aero, Ixylon, 420er, 49er und Hobie F18 an den Start gegangen. Nach 3 Wettfahrten haben wir die Plätze verteilt.

Ostsee 2019

Wie im letzten Jahr startete der Ostsee-Trip für Ritch, Tim, Clara, Lucas, Melissa, Niklas, Muggel und Ina am 20. Juli um 4 Uhr morgens, diesmal aber für zwei Wochen. Mit drei 420ern und dem 49er ging es los Richtung Flensburger Förde. Zuerst noch ziemlich müde, wurde die Stimmung dann immer besser, sodass wir auch den längeren Stau kurz vorm Ziel gut überstanden haben. Nach 11 Stunden haben wir das Ziel erreicht und Ina konnte sich endlich von unseren Schwärmereien überzeugen, doch viel Zeit zum Haus und Meer bestaunen blieb nicht. Ritch, Niklas und Ina kümmerten sich um den Einkauf, während der Rest die Boote am Badestrand zu Wasser ließ und an „unseren“ Strand segelte.Um sich von dem anstrengenden Tag zu erholen, wurde gleich am ersten Abend der Whirlpool benutzt.

Am nächsten Tag haben sich alle schon aufs Segeln gefreut. Bei einer Windstärke 3-4 konnten wir uns wieder „einsegeln“ und waren sofort so begeistert wie beim letzten Mal. Im Laufe des Tages haben wir auch unser Volleyballfeld – traditionell aus Leinen, Absperrband und Heringen, – aufgebaut und die ersten Runden gespielt.

Montag war dann unsere Gruppe auch vollzählig. Marcel war bereits Sonntag Abend gekommen, Hanna wurde von Ritch, Niklas, Tim und Lucas aus Flensburg abgeholt.

Die erste Woche hatten wir immer Sonnenschein und meist guten Wind, sodass wir jeden Tag auf dem Wasser waren. Die restliche Zeit standen spazieren, quatschen, Volleyball und andere Spiele auf dem Programm. Auch die Sauna und der Whirlpool waren nochmal in Benutzung.

Freitag war recht wenig Wind und wir sind an Land geblieben, um unsere Kräfte für Samstag zu sparen. Am Nachmittag sind wir alle zusammen nach Flensburg gefahren, haben uns die Stadt ein wenig angeschaut und waren dann gemeinsam Essen. Clara, Ina, Tim, Muggel, Lucas und Marcel haben dann noch das Nachtleben von Flensburg unsicher gemacht.

Nach einem gutem Frühstück waren dann alle wieder einigermaßen fit um sich bei einer Windstärke 6-7 in die Wellen der Ostsee zu stürzen. Dank der windgeschützten Bucht, in der die Boote liegen, konnte aber in aller Ruhe aufgebaut werden. Die ersten Teams fuhren aufs Wasser und wollten gar nicht mehr zurück an Land. Nach drei Stunden lassen dann aber langsam die Kräfte nach. Also alle an Land, zusammen etwas essen und sich stärken und nach einer kleinen Verschnaufpause nochmal mit anderen Teamzusammensetzungen aufs Wasser. An diesem Abend waren wir alle entsprechend müde und vor allem verdammt froh, dass wir nicht zurück fahren mussten, sondern noch eine weitere Woche vor uns haben.

Die neue Woche startete mit einem ausgiebigen Eierkuchenfrühstück, der Wind hielt sich zunächst leider in Grenzen. Und das sollte leider auch so bleiben, zwar hatten wir noch Wind, der ist aber nicht über 3 Beaufort hinausgekommen. Dennoch sind jeden Tag einige Segeln gewesen. Der Wind war ideal für den 49er und die meisten haben die Chance genutzt und sind eine Runde mit Clara oder Lucas gefahren.

In dieser Woche wollten wir auch alle gemeinsam mit den Booten nach Dänemark fahren, leider hat uns da das schlechter werdende Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es gab immer mal wieder kleinere Gewitter und Regenschauer. Trotzdem haben wir die Zeit voll ausgekostet. Zahlreiche Volleyball-Spiele standen auf dem Programm, genauso wie fast täglich etliche Runden Rommee. Aber auch Mario Party, Carcassonne, Jenga, Activity und ein Filmabend im Freien waren wieder tolle Erlebnisse. Natürlich durfte auch ein kleines Lagerfeuer wieder nicht fehlen, genauso wenig wie unsere „Bankgespräche“ bis tief in die Nacht. Ein weiterer wichtiger Punkt in Sachen Tradition sind auch unsere ständig anhaltenden Wasserschlachten. Doch dieses Mal war nicht nur Muggel mit einer großen Wasserspritzpistole ausgestattet und so war die Gefahr zwischen die Wasserfronten zu geraten allgegenwärtig.

Doch auch diese zwei Wochen waren schneller vorbei als man denken kann. Freitag hieß es dann wieder Boote abbauen, verladen und aufräumen. Doch da alle mit angepackt haben, war auch das nach ein paar Stunden erledigt. Am Nachmittag stand dann noch ein besonderes Ereignis an: es wurde geheiratet! Kapitän Lucas führte die Trauung von Clara und Melissa durch. Zuvor wurden Ehearmbänder und eine Kapitänsmütze gebastelt, eine Rede geschrieben und nach passenden Outfits gesucht(gar nicht so einfach, wenn schon gepackt wurde). Aber auch die Trauzeugen Ina und Ritch, Kamerafrau Hanna, Ringträger Muggel und Blumenmädchen Tim durften nicht fehlen.

Samstag früh hieß es dann Abschied nehmen. Gegen 7 Uhr sind wir Richtung Heimat aufgebrochen und haben die Boote am späten Nachmittag wieder an den heimischen Gewässern an der Schlabu abgeladen.

Im Großen und Ganzen hatten wir zwei tolle Wochen ohne Verletzungen oder schlimmeren Materialschäden. Außerdem lief auch dieses Jahr wieder alles reibungslos. Und das soll bei unserem chaotischen Haufen schon was bedeuten. Wir sind uns wieder einig: das soll wiederholt werden.

Das Haus ist schon gebucht.

 

vielen Dank an Melissa

4. Eythra Cup am Zwenkauer See

Bevor ich mit meinem Bericht anfange, möchte ich noch schnell dem Stephan Danke sagen, da er mir wieder die gute alte Joy zum Ritt über die Wellen am Zwenkauer See überlassen hat. Die Joy und ich sind zwar immer noch keine Freunde, aber ich glaube wir respektieren uns langsam gegenseitig.

Eythra Cup – ein Bericht über Fehler, Lehren, Erkenntnisse und natürlich viel Spaß.

Eythra war ein Dorf, das der Braunkohle weichen musste und über dessen ehemaligen Standort, so ziemlich mittig des Zwenkauer See, wurde zum 4. Mal der Cup als Yardstick-Regatta ausgesegelt. Wie schon zum Z1 Cup erhielten wir wieder einen kleinen Hilferuf von Tom, der gerne eine starke Laserflotte auf dem See sehen wollte. Da wir sowieso immer sonntags trainieren, haben wir einfach unser Training an den Zwenkauer See verlegt. Wie immer eine logistische Meisterleistung von unserer Seite. Bei einer Anhängerkupplung und vier Booten ist improvisieren angesagt, also 3 auf den guten alten Opti-Anhänger und einer aufs Dach. So konnte unsere Reise beginnen.

Morgens halb zehn in Deutschland … kamen wir bei 28 Grad (Tendenz steigend) in Zwenkau an und machten uns sogleich an die Anmeldung. Da eigentlich nur 2 Yardstickgruppen ausgeschrieben waren, aber das Feld jetzt bei Jollen auf 30 Boote gewachsen ist, haben die Zwenkauer mal schnell improvisiert. Wie sich schnell herausstellte, würde es keine reine Laser Radial Yardstickgruppe geben, sondern eine Yardstickgruppe mit Laser Radial, Laser 2, Ixylon und Contender sowie eine 2. Yardstickgruppe für den Rest der Jollen. Natürlich gab es dann noch die dritte Gruppe mit den Hochseedampfern, aber das nur am Rande. Oder nein, ich glaube, ich hatte später noch ein Rendezvous mit einer Varianta.
Pünktlich 10 Uhr begann die Steuerleutebesprechung mit einem Fotoshooting vor den Booten, also alles wieder zurück zum Parkplatz, Aufstellung und Foto sowie einer kleinen Ansprache. Danach schnell wieder zurück unters Zelt, da wir schon über die 30 Grade Marke gekommen sind. Kurze Einweisung und ein Handzettel mit Kursskizze und da war es auch schon vorbei. Leider auch die Zeit, ein Starten der ersten Wettfahrt um 11 Uhr war nicht zu erreichen, da die Boote nicht mal aufgebaut waren und umziehen muss ja auch noch sein. Alles kein Problem, da wir nicht die einzigen waren, verschob sich der Start nach hinten.
Nach dem Boote aufbauen, Umziehen und, wichtig, Eincremen, ging es zur Sliprampe und rauf aufs Wasser. Hier konnte ich meinen ersten Teilerfolg für den Tag verbuchen, obwohl kein Slip- und Einstiegshilfepersonal gestellt wurde, das stand nämlich hinter mir und segelte auch mit, habe ich es doch wirklich geschafft den Slipwagen wieder hochzufahren. Dann auch noch beim Wiederkommen die gute Joy vertäut wiederzufinden war schon mal gut. Jetzt konnte ich mich der ersten Herausforderung stellen: „lauf aus dem Hafen aus ohne irgendwo dagegen zu segeln“. Dieses Meisterstück der Segelkunst ist mir sofort und ohne zusätzliche Wenden oder was auch immer gelungen. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt eine Hand freigehabt, hätte ich mir selber auf die Schulter geschlagen.
Leider kommt wie so oft nach einem Erfolg der Dämpfer. Ich würde gern kurz den Herr Konfuzius zitieren: „machst du Stöpsel in Boot, dann du bekommst nichts nasse Füße“. Da sitze ich nun ich armer Boy, in der halb gesunkenen Joy (Kleiner Reim von mir). Ja hilft ja alles nichts, entweder mehr Fahrt aufnehmen um das Wasser wieder rauszubekommen oder erstmal Stöpsel rein und etwas schöpfen. Ich habe mich für Variante zwei entschieden, da schneller segeln irgendwie nicht ging.
Nachdem ich zum restlichen Regattafeld wieder Anschluss gefunden hatte, plauschten wir noch etwas und ich konnte mir eine geniale Taktik zu Recht legen. Pünktlich zum Ankündigungssignal der ersten Wettfahrt segelte ich mich frei und legte mich hinter dem Startboot in Lauerstellung. Der Plan und meine Taktik sind leider nicht aufgegangen. Laut meiner Bahnskizze war die Startlinie links vom Boot eingezeichnet und wenn ich gleich am Startboot um die Ecke schieße, dann bin ich vorn. Nun, ich denke, es war eine groß angelegte Intrige zwischen Tom und dem ausrichtendem Verein geplant wurden, um mich vom Sieg abzuhalten.

Hier der Beweis für die Intrige gegen mich.

Plötzlich war die Startlinie auf der rechten Seite vom Startboot und ich war sozusagen am völlig falschen Ende der Startlinie. Im Nachhinein erklärt sich natürlich auch warum die anderen Starter sich alle an der „neuen“ Startboje rumtrieben. OK, sowas soll aber ja einen Seemann nicht erschüttern, Segel dicht und los. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass die versprochenen 11–15 Kn Wind zumindest nicht bei mir waren? Also trieb ich mit voller Kraft in Richtung Luvboje. Jetzt möge sich der geneigte Leser vorstellen bei einem Start vom Startboot in Richtung Luvboje führt der Weg erstens über die Startlinie und zweitens in Richtung Startboje. Bei einer gefühlten Länge der Startlinie von 100 Metern braucht das natürlich seine Zeit. Leider wurde mir diese Zeit nicht gegeben, denn für die nächste Gruppe stand der Start bevor. Ich war sozusagen beim Start der nächsten Gruppe zwar schon hinter der Startlinie und grob an der Startboje aber irgendwie im Weg. Das machte mir auch ein bekanntes Trainerpaar in Ihrem 420’er sofort mit den Worten „verschwinde Bodo“ klar. (hier sollte jetzt ein zwinkernder Smiley sein. Ich möchte auch nochmal auf die Intrige verweisen. Ich bin nicht schuld gewesen. Hätte mal einer mit dem armen Bodo geredet, dann hätte ich mir ja eine völlig andere Taktik zu Recht gelegt und hätte mit dem Tom um Platz eins gekämpft.) Ist ja auch alles kein Problem und Spaß muss auch sein.
Da ich nun schon im zweiten Feld steckte, waren die anderen Laser weit, weit weg und ich malte mir keine großen Chancen mehr für diese Wettfahrt aus. Aber einmal angefangen wird bis zum bitteren Ende durchgezogen. Also dann mal den Kurs absegeln. Das gelang mir auch durchaus gut, bis kurz vor der Ziellinie. Sagen wir mal so, bei einer Wende taucht man unter dem Segel durch und setzt sich auf die andere Seite, sagt zumindest die Theorie. Dumm ist nur, wenn man unter dem Segel durch ist, die Pinnenverlängerung übergeben will und am rüber schwenkenden Baum mit der Pinnenverlängerung hängen bleibt. Wer baut da auch einen 1,20 Meter Stock an die Pinne? Das muss doch mal jemand getestet haben, Mann, Mann, Mann. Egal, es kam, wie es musste, die gute alte Joy legte sich mit dem Segel auf das Wasser und ich ging das erste Mal baden. Was bei fast 40 °C und angenehmen Wassertemperaturen natürlich erfrischen war. Ich hätte zwar noch ein wenig planschen können, aber bei Yardstick geht es um Zeit, also schnell aufrichten und ab durchs Ziel. Laut meiner Skizze war das auch die richtige Ziellinie aber irgendwie dann doch nicht, aber zumindest wurden dann beide Linien gezählt. Somit war die erste Wettfahrt des Tages beendet und ich stellte meine Taktik auf die neue Startlinie um, die dann doch aber wieder die Alte war.
Ich segelte mich wieder frei und wollte das Feld von hinten aufrollen. Laut meiner Theorie und meiner Berechnung, sollte ich bei Sekunde 0 die Startlinie überqueren, wenn mich nicht Leo mit seiner Sunhorse in den Windschatten genommen hätte. (Ihr merkt, ich bin nie Schuld, die Anderen sind es, immer die Anderen) Wir haben dann noch etwas gesnackt und geklönt aber leider musste ich weiter zur Startlinie. Dieses Mal habe ich sogar den Anschluss an mein Starterfeld gehalten, zumindest am Anfang. Auf dem Weg zur Raumboje fiel mir auf das einige das Segel Steuerbord und andere Backbord (links oder rechts) hatten. Lerne von Deinen Feinden oder aber wie mein alter Meister immer sagte „klauen kannst Du, aber nur mit den Augen“. Also was ist besser? Damit kommen wir zur zweiten Lehre des Tages, wenn Du das Segel (zumindest bei diesem Kurs und diesem Fall) auf der Backbordseite hast, musst Du hinter der Raumboje eine Halse fahren, was bedingt das Segel komplett rüber zu holen. Wenn es aber schon auf der Steuerbordseite ist, brauchst Du nur dichtholen und anluven. Wenn man natürlich schon mitten im Raumschotkurs ist, wird es schwierig das Segel mal schnell auf die andere Seite zu bringen, da das Segel ja sozusagen 180 Grad gedreht werden müsste. Ich habe es auf dieser Runde lieber seinlassen und mir diesem genialen Plan für die zweite Runde gemerkt. Was ich natürlich nicht bedacht habe: das die Wende dann schon an der Luvboje passieren muss. Segeln ist aber auch komplex. Aber in meiner zweiten Runde habe ich die theoretisch abgeschauten Feinheiten angewendet und es funktionierte sehr gut. Nach umrunden der Raumboje war ich so gut wie dran am restlichen Regattafeld, also sagen wir 150–200 Meter, also wirklich fast dran. Weiter oben hätte ich ja schon die Varianta erwähnt, die da unter vollen Segel und allem Tuch was so ein Boot hat, angerauscht kam. Wenn Du auf einem Laser sitzt und so was Großes ankommst, machst Du einfach Platz. Also Zack ein zwei drei Wenden machen und weg. Leider passierte mir dabei der dritte Fehler des Tages, ich kippte rückwärts ins Wasser und Joy legte Ihr Segel wie ein wärmendes Tuch über mich. Waren jetzt die 14–15 Kn in einer Hammerböe da, hat die mich voll umgehauen? Ha erwischt, hätte ich jetzt einfach weitergeschrieben, hätte es vermutlich nicht mal einer gemerkt. Lösen wir mal auf. Also erst ins Wasser und dann Segel drauf klingt doch sehr nach einer Luvkenterung und richtig, war auch eine. Tatsache ist, wenn Du auf die andere Seite des Bootes wechselst, aber das Boot noch nicht durch den Wind ist, dann kippt das Boot in auf die falsche Seite. Wenn dann noch schweren Knochen (ja ich bin nicht dick, ich habe schwere Knochen) zusätzlich auf der falschen Seite drücken und das Segel noch nicht rum ist, dann macht es plumps. Aber viel schlimmer ist dann, wenn der Sieger der Wettfahrt lächelnd an einem vorbei segelt. Also schnell wieder rein ins Boot und weiter. Dabei fällt mir gerade ein, ich werde immer besser im rein klettern und weitersegeln, hab ich ja nun auch oft genug geübt. Auch diese Wettfahrt beendete ich als Sieger der Herzen und da es leider schon nach 13 Uhr war, wurde keine weitere Wettfahrt gestartet. Somit waren die sportlichen Wettkämpfe für diesen Tag erledigt und ich brachte die Joy wieder in den sicheren Hafen. Da zwischen Wettfahrtende und Siegerehrung genug Zeit war, verpackten wir in aller Ruhe wieder unsere Boote und meine Lieblingskuchenbäckerin kam auch noch dazu.
Liebe Heike, sorry das ich nicht gekostet habe, auch wenn Du immer für mich solchen leckeren Kuchen backst. Mir war nach dem warmen Ginger-Ale und dem kalten Kinderbier doch kurzzeitig etwas komisch im Bauch. Nach dem Verpacken hatten wir noch genug Zeit um am Wettfahrt- und Versorgungszelt 2–3 Flaschen gekühltes Wasser zu trinken und das eine oder andere vom leckeren Buffet zu naschen. Leider stürzte die viel gepriesene Software zwischendurch auch noch ab und die Siegerehrung verschob sich weiter nach hinten. So wurden die Ergebnisse nach guter alter Art mit der Hand ausgerechnet oder war’s Excel, egal. Blieb noch Zeit für weitere Gespräche mit den anderen Seglern. Dann kam endlich die Siegerehrung und als der letzte Platz aufgerufen wurde, wollte ich schon nach vorn stürzen, aber ich bin es gar nicht gewesen. Ich, der Bodo ist nicht letzter? Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Das kleine Mädel, ich glaube die Alexa, tat mir sehr leid. Ich kenne das ganz genau, immer als erstes aufgerufen zu werden und trotzdem nichts zu bekommen. Das zieht einen ganz schön runter.

Daher verspreche ich Euch, beim Schlabu-Cup bekommt der Letzte ab sofort immer einen extra Trostpreis!

Da ich nun das erste Mal nicht Letzter gewesen bin, war eigentlich der Tag gerettet, alle meine Träume und Wünsche haben sich erfüllt. Ich bin ein Sieger! Die Krone gab es dann noch obenauf, ich war noch nicht mal Vorletzter, nein, der Dritte von Hinten, das ist wirklich mein Tag gewesen. Der Rest ist kurz erzählt, es kamen dann noch einige zwischen dem Sieger und mir, so um die 25, aber das spielte keine Rolle mehr. Als Sieger und Gewinner des diesjährigen Eythra Cups beglückwünsche ich den Tom. Auch wenn er nur durch diese Intrige gewonnen hat, aber ich bin ja ein fairer Verlierer.

Somit war die Veranstaltung beendet und wir traten den Heimweg an, denn trotz später Stunde mussten die Boote wieder abgeladen und der Anhänger noch weggeschafft werden.

Ich möchte mich beim 1.YCZ recht herzlich für die Gastfreundschaft bedanken, es war ein sehr schöner Tag und mir hat es echt viel Spaß gemacht. Wenn es klappt komme ich oder wir nächstes Jahr wieder, dann vielleicht mit dem angedrohten Kutter.

Vielen Dank Bodo

Kleiner Nachtrag vom Mittwoch:
Heute sind die offiziellen Ergebnisse veröffentlicht wurden. Hm, was soll ich sagen, die Software taugt nichts. Warum bin ich jetzt wieder auf dem letzten Platz? Ich denke da ist ein totaler Fehler im System.
Aber ich bleibe dabei, der Trostpreis ist ausgelobt.

Und Danke 1.YCZ, Ihr habt mich wenigsten zwei Tage glauben lassen, dass ich ein Gewinner bin. Somit muss ich ja nächstes Jahr vorbeikommen um Euch das zu zeigen (auch hier wieder der grinsende Smiley).
Wir sehen uns an der Schlabu zum Schlabu-Cup.

Nachtrag zum Nachtrag:

Wie Ihr sehen könnt, haben wir leider keine Bilder und ich musste ein wenig tricksen, wenn jemand uns noch 2-3-4 Stück zukommen lassen kann, würden wir uns sehr freuen.