4. Eythra Cup am Zwenkauer See

Bevor ich mit meinem Bericht anfange, möchte ich noch schnell dem Stephan Danke sagen, da er mir wieder die gute alte Joy zum Ritt über die Wellen am Zwenkauer See überlassen hat. Die Joy und ich sind zwar immer noch keine Freunde, aber ich glaube wir respektieren uns langsam gegenseitig.

Eythra Cup – ein Bericht über Fehler, Lehren, Erkenntnisse und natürlich viel Spaß.

Eythra war ein Dorf, das der Braunkohle weichen musste und über dessen ehemaligen Standort, so ziemlich mittig des Zwenkauer See, wurde zum 4. Mal der Cup als Yardstick-Regatta ausgesegelt. Wie schon zum Z1 Cup erhielten wir wieder einen kleinen Hilferuf von Tom, der gerne eine starke Laserflotte auf dem See sehen wollte. Da wir sowieso immer sonntags trainieren, haben wir einfach unser Training an den Zwenkauer See verlegt. Wie immer eine logistische Meisterleistung von unserer Seite. Bei einer Anhängerkupplung und vier Booten ist improvisieren angesagt, also 3 auf den guten alten Opti-Anhänger und einer aufs Dach. So konnte unsere Reise beginnen.

Morgens halb zehn in Deutschland … kamen wir bei 28 Grad (Tendenz steigend) in Zwenkau an und machten uns sogleich an die Anmeldung. Da eigentlich nur 2 Yardstickgruppen ausgeschrieben waren, aber das Feld jetzt bei Jollen auf 30 Boote gewachsen ist, haben die Zwenkauer mal schnell improvisiert. Wie sich schnell herausstellte, würde es keine reine Laser Radial Yardstickgruppe geben, sondern eine Yardstickgruppe mit Laser Radial, Laser 2, Ixylon und Contender sowie eine 2. Yardstickgruppe für den Rest der Jollen. Natürlich gab es dann noch die dritte Gruppe mit den Hochseedampfern, aber das nur am Rande. Oder nein, ich glaube, ich hatte später noch ein Rendezvous mit einer Varianta.
Pünktlich 10 Uhr begann die Steuerleutebesprechung mit einem Fotoshooting vor den Booten, also alles wieder zurück zum Parkplatz, Aufstellung und Foto sowie einer kleinen Ansprache. Danach schnell wieder zurück unters Zelt, da wir schon über die 30 Grade Marke gekommen sind. Kurze Einweisung und ein Handzettel mit Kursskizze und da war es auch schon vorbei. Leider auch die Zeit, ein Starten der ersten Wettfahrt um 11 Uhr war nicht zu erreichen, da die Boote nicht mal aufgebaut waren und umziehen muss ja auch noch sein. Alles kein Problem, da wir nicht die einzigen waren, verschob sich der Start nach hinten.
Nach dem Boote aufbauen, Umziehen und, wichtig, Eincremen, ging es zur Sliprampe und rauf aufs Wasser. Hier konnte ich meinen ersten Teilerfolg für den Tag verbuchen, obwohl kein Slip- und Einstiegshilfepersonal gestellt wurde, das stand nämlich hinter mir und segelte auch mit, habe ich es doch wirklich geschafft den Slipwagen wieder hochzufahren. Dann auch noch beim Wiederkommen die gute Joy vertäut wiederzufinden war schon mal gut. Jetzt konnte ich mich der ersten Herausforderung stellen: „lauf aus dem Hafen aus ohne irgendwo dagegen zu segeln“. Dieses Meisterstück der Segelkunst ist mir sofort und ohne zusätzliche Wenden oder was auch immer gelungen. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt eine Hand freigehabt, hätte ich mir selber auf die Schulter geschlagen.
Leider kommt wie so oft nach einem Erfolg der Dämpfer. Ich würde gern kurz den Herr Konfuzius zitieren: „machst du Stöpsel in Boot, dann du bekommst nichts nasse Füße“. Da sitze ich nun ich armer Boy, in der halb gesunkenen Joy (Kleiner Reim von mir). Ja hilft ja alles nichts, entweder mehr Fahrt aufnehmen um das Wasser wieder rauszubekommen oder erstmal Stöpsel rein und etwas schöpfen. Ich habe mich für Variante zwei entschieden, da schneller segeln irgendwie nicht ging.
Nachdem ich zum restlichen Regattafeld wieder Anschluss gefunden hatte, plauschten wir noch etwas und ich konnte mir eine geniale Taktik zu Recht legen. Pünktlich zum Ankündigungssignal der ersten Wettfahrt segelte ich mich frei und legte mich hinter dem Startboot in Lauerstellung. Der Plan und meine Taktik sind leider nicht aufgegangen. Laut meiner Bahnskizze war die Startlinie links vom Boot eingezeichnet und wenn ich gleich am Startboot um die Ecke schieße, dann bin ich vorn. Nun, ich denke, es war eine groß angelegte Intrige zwischen Tom und dem ausrichtendem Verein geplant wurden, um mich vom Sieg abzuhalten.

Hier der Beweis für die Intrige gegen mich.

Plötzlich war die Startlinie auf der rechten Seite vom Startboot und ich war sozusagen am völlig falschen Ende der Startlinie. Im Nachhinein erklärt sich natürlich auch warum die anderen Starter sich alle an der „neuen“ Startboje rumtrieben. OK, sowas soll aber ja einen Seemann nicht erschüttern, Segel dicht und los. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass die versprochenen 11–15 Kn Wind zumindest nicht bei mir waren? Also trieb ich mit voller Kraft in Richtung Luvboje. Jetzt möge sich der geneigte Leser vorstellen bei einem Start vom Startboot in Richtung Luvboje führt der Weg erstens über die Startlinie und zweitens in Richtung Startboje. Bei einer gefühlten Länge der Startlinie von 100 Metern braucht das natürlich seine Zeit. Leider wurde mir diese Zeit nicht gegeben, denn für die nächste Gruppe stand der Start bevor. Ich war sozusagen beim Start der nächsten Gruppe zwar schon hinter der Startlinie und grob an der Startboje aber irgendwie im Weg. Das machte mir auch ein bekanntes Trainerpaar in Ihrem 420’er sofort mit den Worten „verschwinde Bodo“ klar. (hier sollte jetzt ein zwinkernder Smiley sein. Ich möchte auch nochmal auf die Intrige verweisen. Ich bin nicht schuld gewesen. Hätte mal einer mit dem armen Bodo geredet, dann hätte ich mir ja eine völlig andere Taktik zu Recht gelegt und hätte mit dem Tom um Platz eins gekämpft.) Ist ja auch alles kein Problem und Spaß muss auch sein.
Da ich nun schon im zweiten Feld steckte, waren die anderen Laser weit, weit weg und ich malte mir keine großen Chancen mehr für diese Wettfahrt aus. Aber einmal angefangen wird bis zum bitteren Ende durchgezogen. Also dann mal den Kurs absegeln. Das gelang mir auch durchaus gut, bis kurz vor der Ziellinie. Sagen wir mal so, bei einer Wende taucht man unter dem Segel durch und setzt sich auf die andere Seite, sagt zumindest die Theorie. Dumm ist nur, wenn man unter dem Segel durch ist, die Pinnenverlängerung übergeben will und am rüber schwenkenden Baum mit der Pinnenverlängerung hängen bleibt. Wer baut da auch einen 1,20 Meter Stock an die Pinne? Das muss doch mal jemand getestet haben, Mann, Mann, Mann. Egal, es kam, wie es musste, die gute alte Joy legte sich mit dem Segel auf das Wasser und ich ging das erste Mal baden. Was bei fast 40 °C und angenehmen Wassertemperaturen natürlich erfrischen war. Ich hätte zwar noch ein wenig planschen können, aber bei Yardstick geht es um Zeit, also schnell aufrichten und ab durchs Ziel. Laut meiner Skizze war das auch die richtige Ziellinie aber irgendwie dann doch nicht, aber zumindest wurden dann beide Linien gezählt. Somit war die erste Wettfahrt des Tages beendet und ich stellte meine Taktik auf die neue Startlinie um, die dann doch aber wieder die Alte war.
Ich segelte mich wieder frei und wollte das Feld von hinten aufrollen. Laut meiner Theorie und meiner Berechnung, sollte ich bei Sekunde 0 die Startlinie überqueren, wenn mich nicht Leo mit seiner Sunhorse in den Windschatten genommen hätte. (Ihr merkt, ich bin nie Schuld, die Anderen sind es, immer die Anderen) Wir haben dann noch etwas gesnackt und geklönt aber leider musste ich weiter zur Startlinie. Dieses Mal habe ich sogar den Anschluss an mein Starterfeld gehalten, zumindest am Anfang. Auf dem Weg zur Raumboje fiel mir auf das einige das Segel Steuerbord und andere Backbord (links oder rechts) hatten. Lerne von Deinen Feinden oder aber wie mein alter Meister immer sagte „klauen kannst Du, aber nur mit den Augen“. Also was ist besser? Damit kommen wir zur zweiten Lehre des Tages, wenn Du das Segel (zumindest bei diesem Kurs und diesem Fall) auf der Backbordseite hast, musst Du hinter der Raumboje eine Halse fahren, was bedingt das Segel komplett rüber zu holen. Wenn es aber schon auf der Steuerbordseite ist, brauchst Du nur dichtholen und anluven. Wenn man natürlich schon mitten im Raumschotkurs ist, wird es schwierig das Segel mal schnell auf die andere Seite zu bringen, da das Segel ja sozusagen 180 Grad gedreht werden müsste. Ich habe es auf dieser Runde lieber seinlassen und mir diesem genialen Plan für die zweite Runde gemerkt. Was ich natürlich nicht bedacht habe: das die Wende dann schon an der Luvboje passieren muss. Segeln ist aber auch komplex. Aber in meiner zweiten Runde habe ich die theoretisch abgeschauten Feinheiten angewendet und es funktionierte sehr gut. Nach umrunden der Raumboje war ich so gut wie dran am restlichen Regattafeld, also sagen wir 150–200 Meter, also wirklich fast dran. Weiter oben hätte ich ja schon die Varianta erwähnt, die da unter vollen Segel und allem Tuch was so ein Boot hat, angerauscht kam. Wenn Du auf einem Laser sitzt und so was Großes ankommst, machst Du einfach Platz. Also Zack ein zwei drei Wenden machen und weg. Leider passierte mir dabei der dritte Fehler des Tages, ich kippte rückwärts ins Wasser und Joy legte Ihr Segel wie ein wärmendes Tuch über mich. Waren jetzt die 14–15 Kn in einer Hammerböe da, hat die mich voll umgehauen? Ha erwischt, hätte ich jetzt einfach weitergeschrieben, hätte es vermutlich nicht mal einer gemerkt. Lösen wir mal auf. Also erst ins Wasser und dann Segel drauf klingt doch sehr nach einer Luvkenterung und richtig, war auch eine. Tatsache ist, wenn Du auf die andere Seite des Bootes wechselst, aber das Boot noch nicht durch den Wind ist, dann kippt das Boot in auf die falsche Seite. Wenn dann noch schweren Knochen (ja ich bin nicht dick, ich habe schwere Knochen) zusätzlich auf der falschen Seite drücken und das Segel noch nicht rum ist, dann macht es plumps. Aber viel schlimmer ist dann, wenn der Sieger der Wettfahrt lächelnd an einem vorbei segelt. Also schnell wieder rein ins Boot und weiter. Dabei fällt mir gerade ein, ich werde immer besser im rein klettern und weitersegeln, hab ich ja nun auch oft genug geübt. Auch diese Wettfahrt beendete ich als Sieger der Herzen und da es leider schon nach 13 Uhr war, wurde keine weitere Wettfahrt gestartet. Somit waren die sportlichen Wettkämpfe für diesen Tag erledigt und ich brachte die Joy wieder in den sicheren Hafen. Da zwischen Wettfahrtende und Siegerehrung genug Zeit war, verpackten wir in aller Ruhe wieder unsere Boote und meine Lieblingskuchenbäckerin kam auch noch dazu.
Liebe Heike, sorry das ich nicht gekostet habe, auch wenn Du immer für mich solchen leckeren Kuchen backst. Mir war nach dem warmen Ginger-Ale und dem kalten Kinderbier doch kurzzeitig etwas komisch im Bauch. Nach dem Verpacken hatten wir noch genug Zeit um am Wettfahrt- und Versorgungszelt 2–3 Flaschen gekühltes Wasser zu trinken und das eine oder andere vom leckeren Buffet zu naschen. Leider stürzte die viel gepriesene Software zwischendurch auch noch ab und die Siegerehrung verschob sich weiter nach hinten. So wurden die Ergebnisse nach guter alter Art mit der Hand ausgerechnet oder war’s Excel, egal. Blieb noch Zeit für weitere Gespräche mit den anderen Seglern. Dann kam endlich die Siegerehrung und als der letzte Platz aufgerufen wurde, wollte ich schon nach vorn stürzen, aber ich bin es gar nicht gewesen. Ich, der Bodo ist nicht letzter? Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Das kleine Mädel, ich glaube die Alexa, tat mir sehr leid. Ich kenne das ganz genau, immer als erstes aufgerufen zu werden und trotzdem nichts zu bekommen. Das zieht einen ganz schön runter.

Daher verspreche ich Euch, beim Schlabu-Cup bekommt der Letzte ab sofort immer einen extra Trostpreis!

Da ich nun das erste Mal nicht Letzter gewesen bin, war eigentlich der Tag gerettet, alle meine Träume und Wünsche haben sich erfüllt. Ich bin ein Sieger! Die Krone gab es dann noch obenauf, ich war noch nicht mal Vorletzter, nein, der Dritte von Hinten, das ist wirklich mein Tag gewesen. Der Rest ist kurz erzählt, es kamen dann noch einige zwischen dem Sieger und mir, so um die 25, aber das spielte keine Rolle mehr. Als Sieger und Gewinner des diesjährigen Eythra Cups beglückwünsche ich den Tom. Auch wenn er nur durch diese Intrige gewonnen hat, aber ich bin ja ein fairer Verlierer.

Somit war die Veranstaltung beendet und wir traten den Heimweg an, denn trotz später Stunde mussten die Boote wieder abgeladen und der Anhänger noch weggeschafft werden.

Ich möchte mich beim 1.YCZ recht herzlich für die Gastfreundschaft bedanken, es war ein sehr schöner Tag und mir hat es echt viel Spaß gemacht. Wenn es klappt komme ich oder wir nächstes Jahr wieder, dann vielleicht mit dem angedrohten Kutter.

Vielen Dank Bodo

Kleiner Nachtrag vom Mittwoch:
Heute sind die offiziellen Ergebnisse veröffentlicht wurden. Hm, was soll ich sagen, die Software taugt nichts. Warum bin ich jetzt wieder auf dem letzten Platz? Ich denke da ist ein totaler Fehler im System.
Aber ich bleibe dabei, der Trostpreis ist ausgelobt.

Und Danke 1.YCZ, Ihr habt mich wenigsten zwei Tage glauben lassen, dass ich ein Gewinner bin. Somit muss ich ja nächstes Jahr vorbeikommen um Euch das zu zeigen (auch hier wieder der grinsende Smiley).
Wir sehen uns an der Schlabu zum Schlabu-Cup.

Nachtrag zum Nachtrag:

Wie Ihr sehen könnt, haben wir leider keine Bilder und ich musste ein wenig tricksen, wenn jemand uns noch 2-3-4 Stück zukommen lassen kann, würden wir uns sehr freuen.

LJM Sachsen 420iger, Laser und O’pen SkiFF

LandesjugendMeisterschaft Sachsen in den Klassen 420iger, Laser und O’pen SkiFF bei der Lipsiade am Cospudener See

Am 1. / 2. Juni fand auf dem Cospudener See die Lipsiade statt. Sie war in diesem Jahr die Landesjugendmeisterschaft für O’pen SkiFF, 420iger, 29er und die Laser Radial. Für die Opti B war es eine Ranglisten-Regatta. Und insgesamt ist die Lispisade auch die Leipziger Stadtmeisterschaft.

Aus unserem Verein starteten im 420iger Cheyenne und Felix, im Opti Herman und im Laser Steffen.

In den Ergebnislisten standen achtzehn 420iger, fünfzehn O’pen SkiFF, sechsundzwanzig Optis,  zehn 29er und elf Laser, so dass es eine sehr gut besuchte Regatta war. Bei den O’pen SkiFF kamen einige Segler aus Lübeck.

Es war ein sehr sonniges Wochenende mit leider etwas wenig Wind. Am Sonnabend reichte der Wind, um drei Wettfahren durchzuführen, wobei der schwache Wind nicht einfach zu segeln war. Am Sonntag wurde erst an Land gewartet, dann setzte um die Mittagszeit ein schwacher Wind ein und es wurde noch eine Wettfahrt gestartet.  Die O’pen SkiFF und  die Optis schafften es in das Ziel; für die Laser wurde Wettfahrt abgebrochen.

Nach den Wettfahrten belegten Cheyenne und Felix bei den 420igern einen 11. Platz in der Gesamtwertung; Herman wurde bei den Optis 7. und Steffen bei den Lasern 6.

Danke Steffen und Herman

Weitere Bilder findet Ihr hier.

LJM Sachsen Opti und Cadet am Geierswalder See

LandesjugendMeisterschaft Sachsen in den Klassen Opti und Cadet am Geierswalder See

Am 25./26. Mai waren Herman und ich zum “Goldenen Geier” am Geierswalder See.  Gestartet sind dort Opti A (3 Boote am Start) und Opti B (20 Boote) , Cadets (27 Boote)  und 29er (5 Boote am Start).

Für die Optis und Cadets war es zugleich die Sächsische Landesjungendmeisterschaft.

Der Geierswalder See ist wie der Schladitzer See ein gefluteter Tagebau im Norden von Sachsen in der Nähe von Senftenberg und an der Grenze zu Brandenburg. Er gehört zu dem Lausitzer Seenland und wird in ein paar Jahren zum viertgrößten Seengebiet in Deutschland gehören. Entsprechend neu bzw. jung ist dort noch alles, was sich angesiedelt hat bzw. gebaut wurde – so auch der ausrichtende Verein: der 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland. Interessant fand ich, dass die Wettfahrtleitung mit den bekannten Protagonisten um Andreas Heilmann aus Leipzig kam und alle, sowohl der ausrichtende Verein als auch die Wettkampfleitung, diese Regatta sehr gut organisiert hatten. Herman lernte dort, was ein „Nahrungskette“ ist: ein Schlüsselband mit vier Essensmarken, die durch das Startgeld bezahlt waren. Für das „Rund-um-sorglos-Paket“ brauchten wir nur noch das Frühstück zu ergänzen.

Die dominierende Klasse bei den Wettfahrten waren die Cadets. Diese Bootsklasse wird ja nicht mehr allzu oft gestartet – und das war sicher auch der Grund dafür, dass fast die Hälfte des Feldes aus Polen bzw. der Tschechischen Republik anreisten. Damit war die Regatta auch die größte internationale Regatta in Sachsen und das Flair schon irgendwie speziell.

Ja – und das Wetter war an beiden Wettkampftagen perfekt zum Segeln: es war freundlich, mal schien die Sonne, mal war es bewölkt und mit 2 bis 3 bft; in Böen deutlich mehr, immer genug Wind zum Segeln da. So konnten am Sonnabend drei Wettfahren beendet werden und am Sonntag noch einmal zwei.

Für Herman lief es ganz ordentlich. Er belegte den fünften Platz und war der beste der aus Leipzig angereisten Segler 🙂

Danke Steffen und Herman

8. Kutterwanderung

Dieser Bericht handelt von kleinen, großen und ganz großen Helden. Im Prinzip ist er ein kleines Heldenepos. 😉 Das klingt jetzt etwas stark übertrieben, aber mit ein bisschen guten Willen kann man es so sehen. Wir haben es wieder geschafft. Der 8. Himmelfahrtsausflug ist Geschichte und das ganz ohne große Pannen. Dieses Jahr ging es an den Großen Wannsee. Und da geht es schon los. Das alles war nur möglich, weil Elisabeth dort jemand kennt und darüber wurden wir zu Gästen beim Ruderclub Welle-Poseidon (der auch eine Segelabteilung hat). Elisabeth ist der große Held dieses Ausflugs. Sie hat das Ganze möglich gemacht und perfekt vorbereitet. Aber nicht nur das. Sie hat dann auch noch das Training für die Optis, den Kindertransport per Auto übernommen und ihr Zelt mit mehreren kleinen Seglern geteilt und im Vorzelt(!) geschlafen. Also vielen, vielen Dank an Elisabeth! Ohne dich hätten wir nicht den schönen Wannsee und die anderen Havel-Seen kennengelernt und wären nicht in so einer herrlichen Nachbarschaft zu den großen Segelvereinen, die sich an der Straße ‘Am großen Wannsee’ aufreihen, untergekommen.

Blick auf den Großen Wannsee

Dieser Ausflug ist auch durch weitere Superlative gekennzeichnet. In diesem Jahr waren 4 Optimisten, 6 420er, 2 Laser, 1 Aero, 1 Ixylon, 1 49er1 Wild Cat und der ZK10-Kutter und somit 17 Boote mit von der Partie. Dafür waren 8 Bootsanhänger in Richtung Berlin unterwegs. Das war logistisch eine ganz schöne Leistung und da sind wir schon wieder bei den Helden. Es haben alle kräftig Hand angelegt, aber unsere großen Mädchen bzw. jungen Frauen verdienen eine eigene Erwähnung. Sie haben sich um das schwierige Wassern über die Rolle am Ende des Steges im Ruderverein gekümmert und den großen Kutter super für die Hin- und Rückfahrt mit der Verzurren des diversen Zubehörs vorbereitet.

Mittwoch, der Anreisetag

Dieses Jahr hat es gut geklappt und alle sind im Laufe des Mittwochs schon in Berlin eingetroffen. Die Ersten waren schon kurz nach dem Mittag vor Ort und konnten dann schon einiges vorbereiten. Es war gar nicht so einfach. Das wunderschöne Vereinsgelände des Ruderclubs ‘Welle-Poseidon’ liegt zwischen der Max-Lieberman-Villa und der Gedenkstätte der Wannsee-Konferenz an der schmalen Straße ‘Am großen Wannsee’ und in direkter Nachbarschaft zu vielen anderen Segelvereinen wie dem Seglerhaus ‘Am Wannsee’, der Baltischen Segler-Vereinigung und dem Zeuthener Segelverein. Die Straße ist etwas schmal, aber schon sehr beeindruckend und evtl. einen Spaziergang wert. Mit den großen Anhängern musste man aber schnell von der dort herunter. Die kleineren Boote konnten auf dem Vereinsgelände unseres Gastgebers unterkommen. Der Kutter und die Extrem-Sportgeräte 49er und Wild Cat sind beim benachbarten Seglerverein ‘Ahoi’ untergekommen. Allerdings ging das nicht ganz ohne Aufregung und etwas Anspannung. Der Kutter wurde per Kran ins Wasser gehoben und fing dann gleich an zu blubbern. In der Hektik waren die Lenzventile noch offen und so drang erst mal fleissig Wasser ein. Der 49er und der Wild Cat machten durch ihren hohen Masten Schwierigkeiten. Der dortige Segelverein hat vor allen Yachten und kleinere Jollen und damit gab es keine ausreichend große Rampe als Slipmöglichkeit. Letztendlich wurde die Boote auf der Rampe des benachbarten Wasser-Ski-Clubs ins Wasser gebracht. Dies sah für den Katamaran dann aber so aus, dass das Boot von mehreren Leuten mit viel Muskelkraft und ordentlicher Schräglage ins Wasser gebracht werden musste, damit der Platz unter den hohen Bäumen reichte. Das war ein Kraftakt! Zum Glück war es nur einmal notwendig, denn gleich neben unserem Gastgeber gibt es den Potsdamer Ruderclub, wo die ganze Aktion viel besser klappte. Ich glaube, man kann jetzt erahnen, was diese Gegend für ein Eldorado für alle Wassersportler ist.
Die anderen Boote waren dann schnell abgeladen, die Zelte wurden auf der Wiese vor dem Vereinsgebäude aufgestellt und das Vereinsgebäude als Stützpunkt für die Mahlzeiten eingerichtet. Über den Ruderbooten in der zweiten Etage hatten wir eine großen Saal und die sanitären Einrichtungen sowie eine Terrasse mit Tischen und Stühlen sowie einem grandiosen Ausblick auf den See für uns. Damit waren wir bestens versorgt. So langsam trudelten alle Boote und alle 40 Teilnehmer des Ausflugs ein. Dieser Tag ging dann beim gemeinsamen Abendessen mit Wienern und Kartoffelsalat auf der Terrasse zu Ende.

Donnerstag, Christi Himmelfahrt

Es war für alles gesorgt. Am frühen Morgen, um 7:00, wurden die Brötchen vom Bäcker geholt. Um 8:00 wurde dann zum Frühstück geblasen. Dabei gab es einige Beschwerden über die kalte Nacht. Es war wirklich ziemlich kalt. Für die Zeltschläfer war das schon sehr unangenehm und selbst in unserer einfachen Bungalowunterkunft ein Stückchen weiter hat man es gemerkt. Nach dem Klagen ging es dann mit den Vorbereitungen für den Segelausflug weiter. Am ersten Tag tut man sich damit immer etwas schwerer. Die ganze Umgebung ist neu und jeder muss seine sieben Sachen erstmal zusammen finden. Trotzdem wurde die geplante Startzeit 10 Uhr, in meiner Erinnerung, nur wenig überschritten. An diesem ersten Tag auf dem Wasser hatten wir guten Wind. Die Optimisten mit Elisabeth waren die ersten auf dem Wasser, der Kutter und die 420er folgten. Bei dem guten Wind waren die Optimisten für den Kutter nicht mehr einzuholen. Das Wetter war einfach perfekt. Diesen Eindruck hatten wahrscheinlich auch viele andere und so war der Wannsee voll von Segelbooten. Von den vielen Segelbooten die an seinen Ufern liegen, hatten sehr viele diese schöne Möglichkeit zum Segeln genutzt. Für uns machte dieses die Sache aber nicht einfacher. Es ist schon schwierig auf einem neuen Gewässer sich zu orientieren, aber wenn ordentlich Wind und viele Ausflugsdampfer mit schmalen Fahrwasser dazukommen, wird es doppelt zu knifflig. Hier waren die kleinen Segler und Elisabeth die Helden des Tages. Mit ihren Optimisten haben sie sich wacker über die bewegte Seeoberfläche und zwischen den vielen Booten hindurchgekämpft. Das war wirklich nicht einfach und ist ein Super-Leistung der kleinen tollkühnen Männer und Frauen in ihren viereckigen (Opti-)Kisten! Und eine große Leistung für die Nerven der Trainerin und ihrer Stimme!  Zwischen alle diesen vielen Segelbooten waren also 18 sächsische – teilweise ziemlich verstreut – in Richtung Norden auf der Havel unterwegs. Das Zeil war an diesem Tag die ‘Kleine Badewiese’ in Gatow. Alle Boote trafen dort nacheinander ein, wurden an Land gezogen und auf dieser Badewiese abgelegt. Für den Kutter gab es keinen Steg und so wurde er wahrscheinlich zum ersten Mal quasi auf den Strand gesetzt und alle Passagiere mussten mit blanken Füssen und einem beherzten Sprung die letzten Schritte durchs Wasser bewältigen. Das dortige Bootshaus war zu Himmelfahrt und Vatertag ziemlich überlaufen. Bei deftiger Blasmusik hieß das für uns langes Anstehen in der Reihe vor dem Grill für eine Bratwurst. Nach der Stärkung ging es wieder zurück. Diesmal wurde der Weg länger, denn es musste gegen den Wind angekreuzt werden. Jetzt waren gefühlt fast alle Boote auf dem See. Das war wirklich ein schöner Anblick: Diese vielen weißen Segel und die vielen schönen Boote die sich teilweise auch ziemlich auf die Backe legten. Da musste man schon ganz schön aufpassen und die Vorfahrtregeln auf dem Wasser immer wieder durchspielen. Zum Kaffee und ein bisschen später waren wieder alle an Land. Für den Kutter und wahrscheinlich die meisten anderen Boote konnten an diesen Tag 12 gesegelte Seemeilen verbucht werden. Für die Einen gab es jetzt Kaffee und mitgebrachten Kuchen auf der Terrasse mit Ausblick. Die Anderen gingen nochmal aufs Wasser, um dieses tolle Segelrevier richtig auszukosten.
Der Tag klang dann mit einem gemeinsamen Grillabend und vielleicht mit ein paar Bier/Radler aus.

Freitag, 2. Segeltag

Auch am nächsten Tag lies uns der Wind nicht in Stich. Diesmal ging es südwärts in Richtung Potsdam. Als Ziel war die Meierei im Schlosspark von Cicilienhof ausgewählt worden. Da der Wind nicht gedreht hatte, ging das Spiel jetzt anders herum: Auf der Hinfahrt musste gekreuzt werden und zurück ging es dann mit Schiebewind. Leider muss man dabei durch mehrere Engstellen hindurch, um letztendlich von der Havel in den Jungfernsee abzubiegen. Dabei segelt man an der Pfaueninsel vorbei und kann viele Villen mit großen Gärten vom Wasser bewundern. Rund um die Pfaueninsel sind viele schöne Bauwerke auf definierten Blickachsen platziert. So blitzen dann das Schloss auf der Pfaueninsel, die Meierei der Pfaueninsel, die Kirche ‘St. Peter und Paul’, die Heilandskirche von Sacrow und die Glienicker (Agenten-Austausch-)Brücke als schönes Panorama auf. Besonders schön war es, das Glockenspiel von ‘St. Peter und Paul’ vom Wasser aus bei der Vorbeifahrt dicht am Ufer zu hören. Weniger schön war das ewige Kreuzen mit dem Kutter. Er kann halt nicht so hoch an den Wind gehen und damit werden es viel mehr Schläge als für die anderen Boote. Und dann kommen dann da noch die Untiefen dazu, wo erst das Schwert über den Boden schleift und man dann mit ihm im Schlick festhängt und schwer wieder Fahrt und Kurs aufnimmt. Und das alles mit einer kleinen Mannschaft von nur 4,5 Seglern. Da musste dann auch mal unsere Jüngste an der Großschot mithelfen.  So war es nicht verwunderlich, dass der Kutter als ziemlich Letzter in der Meierei vom Schloß Cicilienhof ankam. (Wir hatten schon damit gerechnet, es gar nicht mehr zu schaffen und mit leeren Magen zurück zu müssen.) Als Entschädigung und zum Gaudi der Gäste wurde der Kutter direkt an den Uferstufen der Gaststätte befestigt. Viele Leuten nutzen diesen Brückentag anscheinend für einen Ausflug. Die wohlverdiente Bratwurst und etwas zu Trinken gab es erst nach großer Wartezeit in einer langen Schlange. Während es auf der Fahrt teilweise ziemlich bewölkt war, zeigte sich jetzt die Sonne mit ihrer ganzen Kraft. Für einen Jollensegler im Neoprenanzug wird es dann ganz schön warm. Also ging es nach der Verpflegung wieder heimwärts. Der Rückweg vor dem Wind war dann sehr angenehm und wesentlich kürzer. Hinzu kam das die Pfaueninsel hin zu westlich und rück zu östlich und damit direkter umrundet wurde. Auf dem Kutter hat es viel Spaß gemacht, sich vom Spinnaker durch das schmale Fahrwasser und an der Fährstelle mit den vielen wartenden Touristen vorbeiziehen zu lassen. Nach 14,5 Seemeilen und knapp 6 Stunden war der Kutter an diesem Tag zurück.
An diesem Abend ging es dann für viele zum Abendessen in das ‘Bootshaus Bolle’. Auch das hatte Elisabeth vorbereitet. So konnten wir ein schönes Abendessen inklusive einem heftigen kurzem Regen geniessen. Es wurden leider nach einem langen und intensiven Tag auf dem Wasser nicht alle dabei satt, so dass danach noch ein paar Würstchen und Steaks auf dem Grill landeten. Und wieder ging ein Tag mit einem gemütlichen Beisammensitzen mit Blick auf den See zu Ende.

Meierei im Neuen Garten mit Schloß Cicilienhof

Im Zickzack-Kurs über die Havelseen

Sonnabend, der 1. Juni

Leider mussten an diesem Tag schon die ersten abreisen. Bei denen einen war es ein runder Geburtstag und die anderen folgten dem Ruf der Lipsiade, als Regatta im Rahmen der Stadtsportspiele der Stadt Leipzig. Steffen und Herman sind heldenhaft fast in der Nacht aufgestanden, um rechtzeitig bei der Steuermannsbesprechung in Leipzig zu sein. Es hat sich gelohnt! Herman hat einen tollen 4. Platz von 27 Booten und Steffen den 6. Platz bei 11 Startern gemacht. Glückwunsch!
Am diesen Tag wurde erst einmal die, bis dahin vernachlässigte  Theorie nachgeholt. Lucas hat an der Tafel des Gastgebers die theoretischen Grundlagen gefestigt. Danach ging es aufs Wasser. Diesmal sollte das Ziel ein am Vortag entdeckter Biergarten gleich hinter der Pfaueninsel sein. Bei etwas weniger Wind und deutlich mehr Sonne und damit Wärme wurde es auch erreicht. Näheres kann ich nicht berichten, weil ich an diesem Tag an Land geblieben bin und mich per Pedes auf zu Pfaueninsel gemacht habe. Der Tag wurde aber auch dazu genutzt, mal die Boote zu wechseln. So hat Richard mal den 49er mit Lucas ausprobiert. Und Carly hat Yann und Louis mit auf den 420er genommen und ihnen damit die ersten Trapez-Erfahrungen geboten. Für mich war er damit Held des Tages und für Louis und Yann wahrscheinlich auch. Andy hat den Laser mal gegen den Aero getauscht. Und so gab es einige neue Eindrücke.
Nach dem so langsam alle wieder eingetrudelt waren, kam der schwierige Teil des Tages. Nach vielen Stunden auf dem Wasser und in der diesmal unerbittlichen Sonne, die viel Schweiß mit sich brachte, begann der Abbau der Boote. In solch einem Augenblick ist die Stimmung nicht gerade auf dem Höhepunkt, aber gemeinsam und getreu dem Spruch ‘Viele Hände – schnelles Ende’ wurde das gepackt. Mit einem gemeinsamen Abendessen und Grillen direkt auf der Wiese fand der Tag langsam seinen Ausklang. Es wurde noch mal viel gelacht und bei der Jugend einige Runden Skat und ‘Wehrwölfe von Düsterwald’ gespielt.

Sonntag, der Abreisetag

Am Sonntag ging dann alles relativ schnell. Nach einem etwas kürzerem Frühstück wurde die Zelte abgebaut und die Räumlichkeiten unserer Gastgeber wieder klar Schiff gemacht. Dann schnell die Hänger an die Autos gehängt und ab auf die Autobahn. Diesmal gab es keinen größeren Stau auf der Autobahn. Am See wurden dann schnell die Boote gemeinsam abgeladen und dann ging es ab nach Hause, so dass man gerade zur Kaffeezeit daheim war.

Mir hat es wieder viel Spaß gemacht. Ich fand es besonders reizvoll, den Wannsee als neues Revier mit seiner großen Fläche und den vielen Möglichkeiten zu entdecken. Ich hoffe, dass alle anderen auch viel Freude daran hatten und jetzt nur die Frage bleibt, wo geht es nächstes Jahr hin? Vielen Dank an alle! An die vielen großen und auch kleineren Hände, die mitgeholfen haben, damit so ein Ausflug möglich wurde. Vielleicht habe ich den einen oder anderen bzw. das eine oder andere vergessen zu erwähnen. Ich hoffe, es passt trotzdem so im Großen und Ganzen. Ich möchte mich ganz herzlich beim Ruderverein ‘Welle-Poseidon’ und bei den anderen Vereinen bedanken, deren Gäste wir waren und die uns geholfen haben. Das so etwas möglich ist, ist eine tolle Sache. Es ist einfach prima, dass die Gastfreundschaft von anderen Vereinen solch einen Ausflug möglich macht. Vielen Dank!

Schwanenfamilie

Schwanenfamilie

Z1 Cup Zwenkau by Bodo

Wie auch in den letzten Jahren waren wir wieder beim Z1-Cup in Zwenkau vertreten.

Dieses Jahr stand jedoch das Motto „die IDM Laser kommt 2020 ins Leipzig Neuseenland“ auf unseren Fahnen.

Jetzt fragt Ihr Euch sicher „öhm was ist los und was hat das mit dem Z1 Cup zu tun?“, das will ich Euch natürlich erklären.

Um den Laser weiter zu etablieren hat Laser Deutschland by Ziegelmayer über die KV Laser 4 fast neue Boote den Seglern aus Sachsen und Thüringen überlassen, die Tom in Hamburg abholen durfte.

Von diesen 4 Booten haben zwei den Weg zu uns in den Verein gefunden. Vielen Dank dafür Tom.

Der Erste ging an Steffen, der „seinen“ Laser leider erst zum Z1-Cup übernehmen konnte und der zweite Laser ging an Marvin, den wir schon zwei Wochen vor dem Cup zum Training holen konnten.

Jetzt hat das natürlich immer noch nicht viel mit dem Z1-Cup zu tun, oder doch?

Jeder Segler weiß, um an Meisterschaften teilnehmen zu können, muss man sich qualifizieren. Qualifizieren kann man sich nur bei einer Ranglistenregatta und eine Ranglistenregatta ist nur eine Ranglistenregatta wenn mindesten 10 Segler bzw. Boote starten. Tja, und da haben wir das Problem.

Kleinere Vereine bzw. Reviere und ihre ausgerichteten Regatten haben natürlich nicht so den Zulauf wie die Kieler Woche und beim Laser ist das in Sachsen ein richtiges Problem. Weiterhin hatte sich Alexandra Behrens, die 1. Vorsitzende der „German Laser Sailing Class Association – Deutsche Laserklasse DLAS“ angekündigt zum Schauen und Mitsegeln.

Unsere „alten“ Laser-Regatta-Spezies Martin, Stephan und Thomas befanden sich an dem Wochenende an, nein auf der Ostsee zu einem Segeltörn „Rund Bornholm“ und jetzt war guter Rat teuer.

Aber wir sind nicht wir, wenn wir keine Lösung für das Problem finden könnten. Also musste die Zweitbesetzung ran. Damit gingen noch Richard, Andreas und ich (Bodo) an den Start und wir hatten die 10 voll. Zu guter Letzt waren es sogar 11 Boote, was sicher nicht schlimm ist. Wir durften die Boote von unseren Spezies benutzen und jetzt stand einer Teilnahme nichts mehr im Weg.

Damit war unser Aufgebot für den Z1-Cup komplett und wir reisten am Samstag bei herrlichen Regen mit 5 Lasern (Steffen, Marvin, Richard, Andreas, Bodo), 2 Optis (Herman, Yann) und einem 420’er (Felix und Cheyenne) an.

Nachdem wir uns im Regattabüro angemeldet haben fanden wir um 10 Uhr zur Steuerleutebesprechung mal kurz ein trockenes Plätzchen. Andreas Heilmann erklärte wie die nächsten zwei Tage ablaufen werden und wir konnten dann noch in aller Ruhe und Regen die Boote aufbauen. Das erste Startsignal sollte um 12 Uhr am Startboot gegeben werden, somit konnten wir gemütlich gegen halb 12 Uhr slippen und uns auf dem Weg machen. Leider – wie so oft – verschätzt man sich in Raum und Zeit. Eine halbe Stunde kann durchaus sehr kurz sein das Startboot zu erreichen, um sich anzumelden, und das bei gut 3 Bft mit 4 Bft in der Spitze. Aber da wir nicht die ersten Starter waren, hatten wir Glück und sind noch rechtzeitig angekommen. Am Startboot riefen wir dann der Elke die Nummern zu und waren zum Start registriert. Als erstes starteten die 29’er und danach hatten wir schon die erste Verschiebung, da sich der Wind leicht gedreht hatte. Nachdem die Bojen neu ausgelegt wurden durften wir so ca. 12:45 Uhr starten.

Ab jetzt kann ich leider nur noch von mir sprechen, da ich jetzt nicht wirklich vorn dabei war.

Also wie habe ich den Tag auf dem Wasser erlebt?

Nach dem Start waren alle Laser verschwunden. Aber ist für mich ja kein Problem, also Großschot angezogen und angeluvt oder war‘s abgefallen, egal die Luzie ging ab.

Klar im Blick immer die Luvboje begann ich mit meiner ersten Kreuz, ich verstehe bis jetzt nicht, wie die anderen so schnell da oben waren, aber irgendwann hatte ich auch die erste Boje erreicht. Beim Überblicken des Regattafeldes stellte ich fest, die anderen waren schon auf der zweiten Kreuz und ich war noch nicht mal in der Nähe von der Leeboje.  Dann passiert natürlich auch noch das, was jedem schon mal passiert ist, beim Umrunden der Leeboje schnellte diese aus dem Wasser und sprang an meinen Baum. Ok, ich hab sie halt berührt. Also nach der Boje schauen, ob ich keinen behindere und dann Kringeln um mich freizusegeln. Waren dann glaube drei oder vier Kringel und Patenthalsen und halbe Kringel. Aber wie sagte die Alexandra Behrens (geb. Weihrauch) mal in einem Interview:

„Bei Regatten konzentriert man sich ungemein aufs Segeln und lernt dementsprechend viel“.

 „Man muss aber auch damit klarkommen, am Anfang Letzter zu sein.“

Quelle: Bericht auf Welt.de

Das war natürlich mein Ansporn, nachdem ich auch meine zweite Kreuz beendet hatte und in Richtung Gate und Ziel segelte, stellte ich fest, die haben doch schon die zweite Wettfahrt ohne mich begonnen. Also Segel auf, Schwert raus und mal schnell durchs Ziel. Somit konnte ich gleich vom Ziel aus über die Startlinie in die zweite Wettfahrt starten. Beim Überqueren der Startlinie hatte ich im Augenwinkel Steffen gesehen, der irgendwie Startprobleme hatte. Somit hatte ich zumindest kurzzeitig nicht den letzten Platz. Steffen kam dann aber in Fahrt und war dann doch wieder irgendwie als erster von uns beiden an der Luvboje. Zwischendurch frischte der Wind und der Regen auf und es wurde mal wieder nasser, wobei, nasser konnte man eigentlich nicht mehr werden. Aus meiner ersten Wettfahrt hatte ich nun einiges gelernt und zumindest bin ich ordentlich durchs Ziel und hatte sogar noch Zeit, mich auf den nächsten Start vorzubereiten. Die dritte Wettfahrt des Tages starteten Marvin und ich von der Startbootseite und wir gingen auf die Kreuz nach Lee. Von seinen Gegnern lernen, heißt ja bekanntlich siegen lernen, hat aber irgendwie nicht so funktioniert. Marvin hing draußen und lief Höhe und ich, naja ich musste aufpassen das ich nicht nach Luv kippe. (Liegt aber sicher an meinen schweren Knochen). Ja irgendwann war auch der Marvin weg und ich segelte meinen Kurs ab. Ich war sogar knapp davor den vorletzten (Marvin) zu überholen. So ca. 150m bis 200m Vorsprung ist ja nix. Nachdem ich das Ziel erreicht hatte, war es auch schon für diesen Tag vorbei.

Fazit für mich für diesen Tag: Nicht gekentert, coole Sache, morgen wieder.

Da wir aus unseren Fehlern lernen, hatten wir beschlossen am Sonntag schon um 8:45 Uhr vor Ort zu sein, um zu slippen und pünktlich am Startboot anzukommen. Beim Ankommen auf den Parkplatz viel sofort auf, Hektik an der Sliprampe!  Haben wir was verpasst? Ja, die Rampe wird von 9:00 Uhr bis 10:00 Uhr gesperrt fürs Hafenfest. Na toll, schon wieder Stress. Also nix wie in die halbnassen Sachen, Boote aufbauen und dann noch schnell irgendwie durchmogeln. Hat auch geklappt. Leider war der Wind nicht wirklich unser Freund und draußen blies er mit schönen 4 Bft (in Spitzen 5 Bft). Im Hafen kam er aber so komisch, dass einige, auch ich, Probleme hatten überhaupt rauszukommen. Wir haben es aber trotzdem geschafft. Auf dem Weg zum Startboot stellte ich aber schnell fest, das wird heute kein Zuckerschlecken. Bei teilweise einem halben Meter Welle und Schaumkronen stampfte die Joy ganz schön über die Wellen und meinen Rücken. Aber ich bin heil (bis jetzt) am Startboot angekommen. Wie immer bei solchen Regatten wird dann hinter der Startlinie rauf und runter gegondelt und sich die Zeit vertrieben.

Wie mir Martin auch sagte“ der Laser verzeiht nichts“.

Das musste ich bei meinen Wenden vor der Startlinie leider lernen. Die Großschot sollte sich möglichst nicht an der Lee-Seite verhaken bei der Wende. Wenn dann auch noch dein geschundener Körper versucht unter dem Baum durchzukommen…..

Es kam wie es musste, das Boot kippte und ich lag das erste Mal im Wasser. Nein eigentlich nicht im Wasser, ich hing noch an der Oberkante des Bootes und nur mein Unterkörper war im Wasser. Ob es nun göttliche Fügung oder mein seglerisches Talent war oder aber das Boot sich irgendwie selber wieder aufrichtete, ich lag auf alle Fälle plötzlich wieder im Boot. Puh, da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Also zack Segel dicht und weiter hinter der Startlinie auf und ab. Aber der Windgott meinte es nicht gut mit mir bzw. uns. Was soll ich sagen, eine Hammerböe mit bestimmt 8,9 ach 12 Bft krachte durchs Starterfeld und die 29’er, O’pen Skiffs, Optis und zumindest ich legten sich alle platt auf Wasser. Das war das zweite Mal in gut 5 Minuten, dass ich Wasserkontakt hatte. Dieses Mal aber richtig. Da trieb ich nun zwischen Rumpf und Baum mit der guten Joy und keiner, wirklich keiner rettete mich. Ok, die kleinen Segler gehen ja auch vor. So konnte ich den Laser aber leider nicht mehr aufrichten. Daher musste ich mir was einfallen lassen. Also erstmal raus und drum rum schwimmen, was auch sehr schnell ging. Was ich nicht bedacht habe, wenn ich neben dem Boot bin und der Wind weiter so bläst, ist das Boot dank mehr Fläche zum Wind weg. Was soll ich Euch sagen, es war weg. Die Joy war sofort 4-5 Meter weiter als ich. Aber dank meiner Ausbildung als Rettungsschwimmer habe ich die Situation sofort erkannt und mich wieder dem Boot durch schnelles Schwimmen bemächtigt. Aber das Glück hat mich verlassen, die Joy ist in der Zwischenzeit durchgekentert, nun lag sie mit dem Schwert gen Himmel in der kabbeligen See. Ich hätte ja nie gedacht, dass die 40 cm vom Wasser zum Schwert so hoch und anstrengend sein können. Irgendwie hab ich es dann doch geschafft, die Joy wieder aufzurichten und sogar irgendwie wieder auf das Deck zu kommen. Nachdem ich dann alle Schoten, Leinen, Fallen, Strecker halbwegs wieder entwirrt und von meinen Füßen befreit hatte, war die Luft raus und die Stimmung auf null.

Nebenbei hatte mich am Morgen beim hektischen Boot aufbauen auch noch der Baum an der Augenbraue erwischt, der Kopf brummte leicht und nass war ich jetzt auch noch, für mich war der Tag gelaufen. Also ab zurück in den Hafen. Als guter Segler habe ich ja bei der Steuerleutebesprechung aufgepasst und mir gemerkt, immer beim Startschiff an- und abmelden. (Ok, Andreas hat gesagt bei allen Booten die eine RC Flagge haben und das wird später noch wichtig)

Jetzt hat der geneigte Leser sicher schon weiter vorn gemerkt, Kreuzen ist jetzt nicht so meine Stärke. Da ich durch die Kenterung doch ziemlich weit hinter Startboot und Zielboot lag, musste ich mit viel Mühe irgendwie weiter hoch kommen, also kreuzen. Auf einer meiner vielen Kreuzen, irgendwo zwischen Start und Ziel,  kam ich dann bei Marvin vorbei, der wie ich mit Wellen und Wetter zu kämpfen hatte. Wir beschlossen aufzugeben und gemeinsam zurück in den Hafen zu segeln. Leider war da noch der Punkt mit dem Abmelden, den wir erledigen mussten. Als treusorgender Vater übernahm ich diese Aufgabe. Da das Startboot doch noch einiges höher lag und das Zielboot eine schöne RC Flagge hatte beschloss ich das Zielboot anzusteuern. Diese Entscheidung stellte sich leider als Fehler heraus, da die freundlichen Menschen auf dem Zielboot nicht gewillt waren unsere Aufgabe anzunehmen. Ich erhielt die Aufforderung, dieses doch am Startboot zu machen. Ich glaube, die waren nicht bei der Steuerleutebesprechung oder hatten nicht zugehört. Ja, somit hatte ich meine Höhe wieder eingebüßt und musste doch wieder zum Startboot. Durch einen geschickten Schachzug des weit weit Rauskreuzens habe ich dann doch irgendwann das Startboot erreicht und uns leider abgemeldet.

Der Rest ist kurz erzählt, gemütliches Segeln in den Hafen, da Marvin in der Zwischenzeit schon mehrere hundert Meter Vorsprung hatte und Abbauen des Bootes. Von den anderen Teilnehmern erfuhr ich später, dass die letzte Wettfahrt mit 4 oder 5 Kreuzen gesegelt werden musste. Da hat sich der Andreas dann irgendwie verzählt und ist dann 6 oder 7 gesegelt und kam erst eine halbe Stunde später als alle anderen in den Hafen.

So, natürlich war ich ja nicht ganz alleine da, daher noch kurz einige Worte zu den Anderen.

Die beiden Opti-Segler Herman und Yann haben sich super geschlagen und waren an beiden Tagen draußen. Dabei belegten Sie die Plätze 7 (Herman, dem nur 1 Punkt fehlte zum 6. Platz) und Platz 11 (Yann).  Das ist eine sehr gute Leistung bei 20 gemeldeten und 18 gewerteten Startern.

Herzlichen Glückwunsch Euch beiden.

 

 

Felix und Cheyenne belegten im 420’er einen sehr guten 6. Platz. Bei den Wettfahrten waren sie immer in der vorderen Hälfte dabei.

Auch Euch beiden Herzlichen Glückwunsch.

Die größte Anzahl der Teilnehmer stellte ja die Laser-Fraktion. Dort konnte Richard einen sehr guten 5. Platz erringen, auch hier fehlte nur ein Punkt zum 4. Platz. Steffen erreichte, trotz mehrfachen Waschen des neuen Lasers von allen Seiten und keiner Trainingszeit, einen sehr guten 7. Platz. Auch hier fehlte nur ein kleiner Punkt zum 6. Platz. Andreas hat leider durch das Verzählen auf seine letzte Wettfahrt den 8. Platz verschenkt und landete dadurch auf Platz 9. Marvin rutschte durch die Aufgabe (nach eigenen Angaben „taktischem Rückzug“) am Sonntag auf den 10. Platz. Ja, und ich bin zumindest Sieger der Herzen und habe mir erfolgreich den 11. Platz gesichert.

Herzlichen Glückwunsch der Laser-Abteilung.

Allen einen recht Herzlichen Dank fürs Mitkommen und Mitmachen. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht.

Mein Fazit für dieses Wochenende:

Ich kann voller Stolz sagen, dass ich mit und gegen eine Olympiateilnehmerin gesegelt bin, aber der Laser wird sicher nicht mein Boot. Es macht Spaß damit zu segeln aber ich denke die Jugend ist darin besser aufgehoben. Beim Schreiben des Berichtes schmerzen mir immer noch die Oberschenkel und ich ziehe meinen Hut vor unserer alten Garde die damit segelt. Aber wenn Ihr mich braucht, oder wieder „Not am Mann“ ist, ich bin dabei.

 

Alle Ergebnisse findet Ihr hier: Ergebnisliste

Vielen Dank an den Seglerverein Leipzig e.V., Regattaclub Zwenkau e.V. und 1. Yacht Club Zwenkau 2000 e.V. für die Ausrichtung des Z1 Cup. Entschuldigt bitte, dass wir nicht bis zur Siegerehrung (die erst 16 Uhr angesetzt war) bleiben konnten, da die Boote noch weggebracht und abgeladen werden mussten. Aber eine kleine Delegation von uns war ja noch mit dabei.

 

Bedanken möchte ich mich auch bei der „Land Crew“.

Heike, die wieder einen schönen Pflaumenkuchen ohne Pflaumen aber dafür mit Kokos gebacken hat.

Sandra, die uns auf Zelluloid gebannt hat. (oder auf Digital)

Heiko, der die Slipwagen betreute.

Johanna, die mir den zweiten Anhänger gebracht hat.

Mandy, die den zweiten Anhänger wieder geholt hat.

Und zu guter Letzt bei Bella die uns angefeuert hat.