Neujahrsegeln 2019

Das neue Jahr hat begonnen und heute, am 6. Januar 2019, wurde ‘angesegelt’. Dieses Jahr beschränkte sich das Neujahrssegeln nicht nur auf den Kutter sondern auch 4 Optis waren mit dabei. Da die großen Boote nicht mehr am See waren, wurde auf die Optimisten ausgewichen und vier junge, Kälte unempfindliche Leute machten sich im Neopren auf den See. Alle anderen fanden auf dem Kutter einen Platz, der diesmal gut gefüllt war. Bei leichten Wind von 1-2 Beaufort wurde es ein gemütliches Segeln. Zwischenzeitlich blinzelte sogar die Sonne mal kurzzeitig durch die Wolken. Auf dem Kutter gab es vielstimmige maritime Gesangseinlagen. Martin hatte wieder die Liedtexte von vielen Waterkant-Hits wie dem Hamborger Veermaster bis hin zum Drunken Sailor dabei. Mit seiner Text- und Tonsicherheit sorgte er für gute Stimmung an Bord und ermunterte auch die anderen, die nicht so textsicher waren, zum Einstimmen. Aber bis zum Shanty-Chor ist es bei allen – außer bei Martin – noch ein langer Weg. 😉
Es war trotz der Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ein schöner Start in das neue Segel-Jahr. Vielen Dank an die fleißigen Hände, die den Kutter aus seinem Winterdomizil befreit und aufs Wasser gebracht haben und dann das Ganze dann auch wieder retour gebracht haben.

5. Eisarschregatta

 

Dieses Jahr hatten wir wieder Glück. Der See war eisfrei und es war windig. Um genau zu sein: Es war ganz schön windig. Schon zum Wochenstart war für das kommende Wochenende ein Windstärke von 5-6 Beaufort und in Spitzen dann 8 Windstärken angesagt. Da diese Vorhersagen auch über die Woche nicht zurück genommen wurden, wuchs die Vorfreude auf den Sonntag nach Nikolaus bei unseren jungen Wilden und auch einigen nicht mehr so jungen mit jeden Tag.

Wind am Sonntag, den 9. Dezember 2018

Und so kam es dann auch. Beim Treffen um 10 Uhr am Schladitzer See waren sich alle noch nicht so einig, ob man es denn wagen sollte und ob es denn Sinn macht, den Kutter zu Wasser zu lassen. Die Zauderer konnten sich nicht durchsetzen und so war bald klar, dass der Kutter sowie zwei 420er und drei Optis aufs Wasser gehen. Der Kutter war schnell zu Wasser gelassen, aber das Spannende kam erst danach. Bei auflandigem Wind und nur bewaffnet mit zwei Rudern war die Sache etwas knifflig. Nachdem sich der Kutter vom Anhänger getrennt hatte, wurde er unweigerlich von Wind und Welle in Richtung Ufer gedrückt. Damit er nicht zum Spielball der Wellen am Ufer wird, musste ganz schnell die Fock ausgerollt und mit Hilfe von Ruder und Schwert auf den richtigen Kurs und weg von der gefährlichen Legerwall-Situation gegangen werden. Das war mindestens so spannend wie ein Sonntagabend-Tatort.

Für die 420er und die Optis wurde es auch spannend auf dem Wasser. Schon das Setzen der Segel und das Ablegen vom Ufer bei dem ordentlichen Wind und der Welle sind eine kleine Herausforderung. Die 420er hatten bestimmt viel Spass und waren super schnell zwischen den beiden Ufern des Sees auf Halbwindkurs und im Gleiten unterwegs. Bei diesen Bedingungen ist es aber auch ein immer ein Ritt auf Messers Schneide. Irgendwas geht dann doch mal kaputt und eine Kenterung lässt sich auch nicht immer vermeiden. Ein 420er büsste seine Fock ein und das Motorboot hatte gut mit Hilfestellungen zu tun.
Der Opti ist eigentlich ein gutmütiges und perfektes Anfängerboot. Aber bei so viel Wind und mit einem gewissen Übergewicht hat er auch seine Tücken. Man kommt schlecht durch die Wenden und sämtliches Wasser, welches den Weg erst mal ins Boot gefunden hat, findet ihn dann nicht mehr zurück. Es gibt kein Lenzventil und ohne Pütz wird das Boot nur immer schwerer und so kommt noch mehr Wasser ins Boot. Irgendwann sitzt man dann in einer wassergefüllten Badewanne im See und nichts geht mehr.

‘Land-unter’ im Opti!

Für den Kutter ging es nachdem zusätzliche Passagiere am Steg aufgenommen waren, auch noch mal raus auf einen Schlag über den See. Dazu war wieder ein spannendes Manöver notwendig. Wieder musste gegen Wind abgelegt und durch schnelles Fahrtaufnehmen ein Malheur am Ufer vermieden werden. Es hat auch diesmal geklappt, allerdings sass das Schwert zwischenzeitlich schon auf Grund und musste ein bisschen gelüpft werden, damit es endlich raus aufs Wasser ging. Bei soviel Wind konnten wir gut auf das Groß des Kutters verzichten und waren nur mit Genua und Besan unterwegs. Das reichte vollkommen aus. Wenn eine Böen vorbeikam und so richtig in die Segel einstieg, dann neigte sich der gute alte Kutter ganz schön auf die Seite und das Wasser spritzte teils bis auf die auf der Kante sitzende Mannschaft. Der obere Teil vom vorderen Mast mit der Genua bog sich in diesen Momenten ziemlich unheilvoll in Richtung Bug. Glücklicherweise gab dann aber nicht der Mast sondern das Fockfall nach, welches im Vorstag geführt wird. Auf einmal hing die Genua also auf halb acht. Oh je! Ohne Vorsegel kommt man durch keine Wende. Zum Glück war mit dem Spinnakerfall schnell eine Alternative gefunden. So konnte es zurück ans Ufer gehen, wobei der Kutter beim Anlegen mit ordentlich Fahrt fast über den Steg hinausschoss.
Die anderen Boote trudelten auch langsam wieder am Ufer ein. Die Optis waren alle ordentlich mit Wasser gefüllt und wie man auf den Fotos sieht, damit verdammt schwer zu bewegen oder auch wieder leer zu bekommen. Für die armen, nassen und durchgefrorenen Segler gab es jetzt ein Highlight.  Bei AoS gibt es das nette Angebot nach so einer nassen und kalten Aktion in einen riesigen, mit heißem Wasser gefüllten Waschzuber zu springen oder gar in die Fasssauna sich wieder aufzuwärmen. Der Zuber wurde von unseren Leuten genutzt, die da mal schnell noch im Neopren reingesprungen sind. Eine super Sache!

Jetzt war es Zeit für den gemütlichen Teil. In der warmen Stube von All-on-Sea gab es ein mehr als reichliches Angebot an Glühwein, Wiener Würstchen  und vielen Leckereien wie z.B. die legendären Kräppelchen von Heike und vieles anderes. Da wie immer jeder ein bisschen mehr mitgebracht hatte, als er selber essen konnte, war die Auswahl übergroß. Mit netten Gesprächen in warmer Atmosphäre entsprach das ganz der vorweihnachtlichen Zeit. Die letzten noch verbliebenen Boote mussten noch schnell abgebaut und ins Winterlager gebracht werden. Danach ging ein schöner und ziemlich aufregender Sonntag langsam zu Ende. Ich denke, es war ein würdiger Abschluss der Saison mit einer ganzen Menge Adrenalin. Vielleicht hatte auch der eine oder andere Spaziergänger seine Freunde an den Verrückten auf dem Wasser?

Leider ist die Wassertemperatur nicht überliefert.

Ahorn Cup

Noch “Ahorn Cup” oder “Der erste Tag mit Wintermütze” – die große Optimisten-Regatta am 29./30.09.2018 in Kirchmöser.

Freitagabend war alles gepackt und Sonnabendfrüh brauche es nur noch loszugehen. Die letzten Taschen ins Auto und wisch wasch die Scheiben frei … krrr krrr … nichts passierte. Das Auto zeigte drei Grad und die Scheiben waren gefroren … Auf der Autobahn ging es noch mal runter auf ein Grad. Gut, dass wir warme Sachen für die Herbstferien im Auto hatten.

Gut ausgerüstet sind wir also in Kirchmöser angekommen. Den Ahorn Cup hatte ich rausgesucht, weil es eine gutbesuchte Opti Regatta im Berliner Raum und ein interessantes Revier auf dem Plauer See an der Fahrwasserstraße der Havel und an der Einfahrt vom Elbe-Havel-Kanal mit entsprechendem Schiffsverkehr ist. Die richtig großen Schiffe sind leider nicht gekommen; es war wohl eine Schleuse kaputt.

Also: angemeldet, Boot aufgebaut, umgezogen, bei der Wettkampf-Vorbesprechung von einem anderen Team zugehört, Steuermannbesprechung besucht und raus aufs Wasser… Insgesamt gingen 73 Opti B und 62 Opti A an den Start. Langsam wurde es auch sonniger und wärmer, nur der Wind wollte nicht so. Es dauert drei Stunden, bis die erste Wettfahrt gestartet wurde. Anschließend versuchte man noch eine zweite Wettfahrt zu starten. Der Countdown wurde aber immer wieder abgebrochen. Die Kinder hatten bald die Nase voll, taten sich zusammen und verlangten lautstark „Abbruch!“ (bam-bam-bam!), „Abbruch!“ … „Abbruch!“ Die Wettkampfleitung war zahlenmäßig unterlegen und gab nach.

Abends haben wir uns Kirchmöser angeschaut: ein riesiges Industrie-Museum mit Bauten von vor einhundert Jahren mit militärischem Kontext (Munitionsfabrik), die ab 1920 bis zur Wende von der Reichsbahn genutzt wurden.

Sonntag war ein schöner Spätsommertag. Der Wind war besser und es konnten drei Wettfahrten gesegelt werden. Herman konnte bei den Wettfahrten den Anschluss an das Hauptfeld halten und im hinteren Teil mitsegeln und wurde nach einem 57., 69., und 54. und (70.) Platz insgesamt 67. Er war zufrieden und um viele Eindrücke reicher beendete er die Regatta Saison.

Vielen Dank an Steffen für diesen Bericht!

11. SchlabuCup

Unsere Heimregatta fand am gestrigen Wochenende dem 15./16.09.2018 zum 11. Mal auf dem Schladitzer See statt. Hier gibt es ein paar erste Impressionen mit schönen Fotos/Videos aus der Luft. Vielen Dank für die tollen Drohnenbilder und den Videoschnitt!

 

November 2018: Jetzt ist schon eine ganze Menge Zeit ins Land gegangen und im Rückblick kann ich mich gar nicht mehr an alle Details erinnern. Aber wenigstens eine Auswahl schöner Fotos und die Ergebnisse sollen an die beiden Tage erinnern. Am Sonnabend wurde die Regatta bei sehr guten Windbedingungen gestartet. Bei Windstärke 3 und vielleicht 4 war reichlich Bewegung und Action im Regattafeld. Es gab sogar die eine oder andere Kenterung. Leider lies der Wind stetig nach, was auch den nächsten Tag kennzeichnete.

Durch die rege Teilnahme der anderen Leipziger Segelvereine: dem SVLSW, dem 1. YCZ, dem CYCM und dem SG LVB ist ein großes Teilnehmerfeld zusammen gekommen. Besonders stolz sind wir auf die 27 Optimisten, die in der Kategorie Optimist B und C gestartet sind. So hatten auch die ganz jungen Sportler eine Möglichkeit, ihre ersten Regattaerfahrungen zu machen. Auf dem Wasser wurde es dann schon teilweise etwas eng. Und besonders unsere neue Bootsklasse, die beiden 49er, die zum ersten Mal bei einem SchlaBu-Cup starteten, mussten ganz schön aufpassen und teilweise eine Schlangenlinie durch das Regattafeld fahren. Bei den 420er gingen 11 Boote und bei der Bootsklasse Laser insgesamt 7 Boote an den Start. Bei den O’penBIC hatten sich 5 Boote eingefunden. Für diese schnellen Boote und die noch schnelleren 49er mit ihren Foliensegeln gab es einen verlängerten Kurs.

 

Und hier sind die Ergebnisse vom 11. SchlaBu-Cup: